Marine Le Pen | Bildquelle: AP

Angebliche Veruntreuung Ermittlungen gegen Le Pen

Stand: 30.06.2017 17:19 Uhr

EU-Mitarbeiter sollen für die EU arbeiten - nicht für Parteien. Diesen Grundsatz sollen Angestellte der Front-National-Chefin Le Pen verletzt haben. Sie bestreitet die Vorwürfe, doch nun eröffnete die französische Justiz ein Ermittlungsverfahren.

Die französische Justiz ermittelt gegen die rechte französische Politikerin Marine Le Pen. Bei dem Verfahren geht es um den Verdacht der Untreue im Zusammenhang mit ihrer Funktion als Europaabgeordnete.

Le Pen und 16 Parteifreunde sollen als EU-Parlamentsabgeordnete zwischen 2009 und 2016 Mitarbeiter als parlamentarische Assistenten bezahlt haben, obwohl diese in Wirklichkeit Parteiaufgaben übernahmen. Das käme einer Veruntreuung von EU-Mitteln gleich. Das EU-Parlament spricht von rund fünf Millionen Euro an EU-Mitteln, die so veruntreut worden sein sollen.

Le Pen weist Vorwürfe zurück

Ermittlungsrichter hatten die Politikerin deshalb schon vor einiger Zeit vorgeladen. Sie hatte sich während des Präsidentschafts- und Parlamentswahlkampfs in Frankreich jedoch geweigert, der Vorladung nachzukommen. Le Pens Anwalt kündigte Rechtsmittel gegen das Ermittlungsverfahren an. In der Vergangenheit hatte der Front National die Vorwürfe bereits zurückgewiesen und als politisch motiviert bezeichnet.

Le Pen war jüngst in die französische Nationalversammlung eingezogen und hatte deshalb ihr Mandat im EU-Parlament niedergelegt. Damit genießt sie nicht mehr Immunität.

Ermittlungsverfahren gegen Marine Le Pen eröffnet
K. Gallmeyer, ARD Paris
01.07.2017 07:50 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. Juni 2017 um 18:00 Uhr.

Darstellung: