Pferdefleischskandal

Prozess in Paris Haftstrafen im Pferdefleisch-Skandal

Stand: 16.04.2019 16:05 Uhr

Sechs Jahre nach dem Pferdefleisch-Skandal hat ein Pariser Gericht vier Verantwortliche zu Haftstrafen verurteilt. Sie hatten Pferdefleisch als Rind ausgegeben, das in Deutschland und anderen Ländern verkauft wurde.

Ein Pariser Gericht hat nach dem Skandal um Pferdefleisch in Lasagne vier Verantwortliche zu Gefängnisstrafen verurteilt. Sie hatten mehr als 500 Tonnen Pferdefleisch als Rindfleisch ausgegeben und es in Deutschland und anderen Ländern auf den Markt gebracht.

Haft für Verbrauchertäuschung

Zwei Jahre Haft lautet das Urteil für den niederländischen Händler Johannes Fasen, der den Betrug organisiert hatte. Der frühere Chef der französischen Fleischverarbeitungsfirma Spanghero, Jacques Poujol, muss für sechs Monate ins Gefängnis. Die Männer wurden wegen Verbrauchertäuschung verurteilt.

Lasagne Bolognese | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Die Fertiggerichte wie zum Beispiel Lasagne wurden in vielen Ländern verkauft - auch in Deutschland.

Spanghero mit Sitz in Südwestfrankreich soll 2012 und 2013 wissentlich als Rind gekennzeichnetes Pferdefleisch vertrieben haben. Zu den Empfängern gehörte der Hersteller Comigel in Metz, der Fleischprodukte wie zum Beispiel Lasagne zubereitete. Die Fertiggerichte wurden in vielen Ländern verkauft. Der Skandal um Lasagne, Gulasch und andere Fertigprodukte flog 2013 auf.

Staatsanwaltschaft forderte mehr

Das Pariser Strafgericht blieb mit dem Urteil deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte vier Jahre Haft für den Niederländer Fasen und ein Jahr Gefängnis für den Franzosen Poujol verlangt. Zwei weitere Angeklagte kamen mit Bewährungsstrafen davon. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. April 2019 um 11:50 Uhr.

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