Auf La Palma spuckt ein Vulkan Anfang November Lava. | EPA

Vulkanausbruch auf La Palma Der Namenlose gibt keine Ruhe

Stand: 07.11.2021 17:34 Uhr

Sieben Wochen ist der Vulkan auf La Palma mittlerweile aktiv - damit ist es der am längsten anhaltende Ausbruch seit mehr als 50 Jahren. Und es gibt keine Hinweise auf ein baldiges Ende.

Auch sieben Wochen nach seinem Ausbruch deutet sich nicht an, dass der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma zur Ruhe kommt. Mittlerweile ist es die längste Zeit seit mehr als 50 Jahren, dass ein Vulkan auf der Tourismusinsel durchgängig aktiv ist.

Noch immer deuteten keinerlei wissenschaftliche Daten darauf hin, dass der Vulkan in naher Zukunft verlöschen werde, sagte die Sprecherin des Notfallkomitees Pevolca, Carmen López. Ihrer Aussage zufolge haben sich zwar die mit den Eruptionen verbundenen Erdbeben etwas abgeschwächt und auch die Menge an Schwefeldioxid, die der Vulkan ausstößt, habe zuletzt nachgelassen. Sie betrug am Samstag 26.000 Tonnen und gilt als Indikator für die Stärke eines Vulkanausbruchs. Doch López zufolge handelt es sich lediglich um normale Schwankungen und damit kein Anzeichen einer Entwarnung.

Auf La Palma spuckt ein Vulkan Anfang November Lava - der Ausbruch dauert bereits seit rund sieben Wochen an. | dpa

Keine Daten deuten darauf hin, dass der Ausbruch in absehbarer Zeit ein Ende findet. Bild: dpa

1971: Teneguía spuckt drei Wochen lang Lava

Der noch immer namenlose Vulkan war am 19. September in der Region Cumbre Vieja im Süden der Insel ausgebrochen. Es war der erste Ausbruch auf der Insel seit rund 50 Jahren: 1971 hatte der Vulkan Teneguía Asche und Lava gespuckt. Dieser Ausbruch dauerte etwa drei Wochen.

Der aktuelle Ausbruch hat auf der Insel massive Schäden angerichtet: Mehr als 2700 Gebäude sind durch die knapp 1300 Grad Celsius heiße Lava und Geröll zerstört worden. Rund 983 Hektar an Land wurden unter den Lavaströmen begraben, rund 280 Hektar davon dienten als landwirtschaftlich genutzte Flächen. Vor der Küste bildete die Lava eine neue Halbinsel, die bereits mehr als 40 Hektar groß ist. Mehr als 7000 Menschen mussten sich in Sicherheit bringen und ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Ausbruch wird zum Tourismusmagnet

Gleichzeitig beschert der Ausbruch der Insel einen großen Zustrom an Touristen. Anfang des Monats waren Hotels und Pensionen zu 80 Prozent ausgebucht. Allerdings musste der Flughafen auf La Palma bereits mehrfach seinen Betrieb vorübergehend einstellen, weil sich zu große Mengen Vulkanasche in der Luft befanden. Noch immer stößt der Vulkan schwarze Rauchwolken aus. Diese wurden am Wochenende durch die Windrichtung jedoch hinaus auf das Meer getrieben.

Über dieses Thema berichtete das Erste in einem Weltspiegel Extra am 06. November 2021 um 17:00 Uhr.