Ein Soldat untersucht Landminen im Jemen. (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Bericht vorgelegt Fast 2100 Tote durch Landminen

Stand: 14.12.2017 11:03 Uhr

2089 Tote, mehr als 6500 Verletzte weltweit durch Sprengfallen: Diese Zahlen für 2016 hat jetzt die Internationale Kampagne gegen Landminen vorgelegt. Noch nie gab es so viele Kinder unter den Toten und Verletzten: 42 Prozent der zivilen Opfer waren minderjährig.

Im vergangenen Jahr sind durch Sprengfallen mindestens 2089 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 6500 Männer, Frauen und Kinder seien durch die Sprengkörper verletzt worden, teilte die "Internationale Kampagne gegen Landminen" in ihrem diesjährigen Bericht mit. Nur im ersten Jahr der Erfassung, 1999, seien mit 9228 mehr Tote und Verletzte registriert worden.

Viele Kinder unter den Opfern

Der massive Anstieg seither sei vor allem auf die Konflikte in Afghanistan, dem Jemen, Libyen und der Ukraine zurückzuführen, hieß es.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, seien noch nie so viele Kinder unter den Verletzten und Getöteten gewesen. 42 Prozent aller zivilen Opfer waren nach Angaben der Organisation minderjährig. Handicap International rief die Konfliktparteien auf, den Einsatz der "barbarischen Waffen" zu beenden.

Neue Krisenherde

In den vergangenen Jahren seien durch die Konflikte in Syrien und Myanmar neue Krisenherde entstanden, in denen Landminen eine traurige Rolle spielten, heißt es in dem Bericht weiter. Seit 2012 setzten zum Beispiel syrische Regierungstruppen auf Antipersonenminen. Auch die Terrormiliz "Islamischer Staat" habe solche oft tödlichen Fallen genutzt.

Myanmar soll nach Berichten Minen vermehrt entlang der Grenze gelegt haben, um die nach Bangladesch geflohenen Angehörigen der muslimischen Minderheit der Rohingya von einer Rückkehr abzuhalten. Erstmals seit Beginn der Überwachung durch die Organisation im Jahr 1999 gab es aber nach dem Ende des Konflikts in Kolumbien im Vorjahr dort keinen dokumentierten Einsatz von Landminen mehr.

Vertrag gegen Landminen seit 1997

Der "Landminenmonitor" analysiert die Umsetzung des Ottawa-Vertrags gegen Antipersonenminen von 1997. Dieses Abkommen verbietet Einsatz, Produktion, Transfer und Lagerung von Antipersonenminen. 162 Staaten haben ihn bislang unterzeichnet. Die Vertragsstaaten des Ottawa-Abkommens treffen sich vom 18. bis zum 22. Dezember in Wien.

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. Dezember 2017 um 10:45 Uhr.

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