Corbyn reckt am Rednerpult den gestreckten Daumen in die Höhe. | Bildquelle: REUTERS

Labour Party in Großbritannien Corbyn bleibt Parteichef

Stand: 24.09.2016 13:57 Uhr

Von Misstrauen keine Spur mehr - die Labour Party hat ihren Vorsitzenden Corbyn mit großer Mehrheit als Chef der Partei bestätigt. Noch vor drei Monaten hatten die Abgeordneten der Labour-Fraktion Corbyn das Misstrauen ausgesprochen.

Owen Smith, Mitglied der Labour Party, blickt stirnrunzelnd nach unten. | Bildquelle: AFP
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Owen Smith musste bei der Urwahl der Labour Party eine herbe Niederlage einstecken.

Vor rund einem Jahr eroberte Jeremy Corbyn die Spitze der britischen Labour Party - und da wird er auch bleiben. Bei der Urwahl der Partei entschieden sich deren Mitglieder klar für ihren derzeitigen Vorsitzenden und gegen dessen Konkurrenten Owen Smith. Corbyn konnte mit knapp 313.200 Stimmen 61,8 Prozent für sich gewinnen, Smith nur 38,2 Prozent. Damit erzielte der neue und alte Parteichef ein besseres Wahlergebnis als bei seiner ersten Wahl zum Labour-Vorsitzenden.

Einen Monat lang hatten die rund 650.000 Mitlgieder der Partei abstimmen können, entweder per Briefwahl oder im Internet. Insgesamt waren mehr als 500.000 Stimmen abgegeben worden.

Ein heimlicher EU-Gegner?

Corbyn vertritt radikal linke Positionen: gegen die NATO, gegen die atomare Bewaffnung Großbritanniens, für die Verstaatlichung der Eisenbahn, für einen starken Sozialstaat. Der 67-Jährige ist bei der Basis sehr beliebt, im Parlament hat er allerdings nur wenig Verbündete. Der 46 Jahre alte Smith gilt als moderater - und als entschiedener Brexit-Gegner. Eines seiner Versprechen, um die Parteimitglieder für sich zu gewinnen, lautete: Ein neues EU-Referendum anzustreben, um den Brexit doch noch verhindern zu können.

Jeremy Corbyn als Vorsitzender der Labour-Partei bestätigt
tagesthemen 23:15 Uhr, 24.09.2016, Julie Kurz, ARD London

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Noch vor drei Monaten hatte Corbyn bei Weitem nicht so viel Rückhalt in der eigenen Partei - seine Führung sei zu schwach, hatte es geheißen. Zudem warfen ihm die Labour-Mitglieder vor, sich zu wenig für den Verbleib Großbritanniens in der EU einzusetzen - obwohl das die Linie war, auf die sich die Partei festgelegt hatte.

Trotz Misstrauen kein Rücktritt

Es kam zum Misstrauensvotum und eine große Mehrheit der Labour Abgeordneten - 172 zu 40 - stellte sich gegen den Parteichef. Doch Corbyn beharrte darauf, in seinem Amt zu bleiben: "Ich wurde von 60 Prozent unserer Parteimitglieder und Unterstützer demokratisch gewählt, um eine neue Politik zu machen. Ich werde sie nicht durch einen Rücktritt verraten", erklärte er damals. Damit stellte er die Weichen für die Urwahl.

The Labour Party @UKLabour
"In our party, we have much more in common than that which divides us." - @jeremycorbyn #Lab16 https://t.co/Sh7O18Nk0u

Nun geht er neu gestärkt in alter Position in den dreitägigen Parteitag, der am Sonntag in Liverpool beginnt. Seine größte Aufgabe wird es sein, die tief gespaltene Labour Party wieder auf einen gemeinsamen Kurs zu bringen. Bei der Bekanntgabe des Ergebnisses der Urwahl betonte Corbyn darum schon im Vorfeld: "Erinnert euch immer daran, dass es in unserer Partei mehr gibt, das uns vereint als spaltet."

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