Lavastrom auf La Palma | REUTERS

Vulkanausbruch auf La Palma Warnung vor giftigen Gasen

Stand: 02.10.2021 16:55 Uhr

Der Vulkan auf La Palma gibt keine Ruhe: Die Behörden warnen die Bewohner der Insel eindringlich vor möglicherweise giftigen Gasen - die Menschen sollten daher möglichst nicht ins Freie gehen. Eine zwischenzeitliche Ausgangssperre wurde aber aufgehoben.

Der Vulkan auf La Palma stößt weiterhin Lava, Asche und möglicherweise giftige Gase aus - mit möglichen gesundheitlichen Folgen für die Bewohner der Kanaren-Insel. Die Behörden forderten die Menschen daher auf, möglichst wenig Zeit im Freien zu verbringen. Eine Ausgangssperre für etwa 3500 Menschen in den Orten Los Llanos de Aridane und El Paso wurde allerdings wieder aufgehoben. Die Luftqualität habe sich zwischenzeitlich verbessert.

Die Maßnahmen war zuvor nötig geworden als "Konsequenz aus den meteorologischen Verhältnissen", wie der Katastrophendienst mitteilte. Die Wetterbedingungen hätten verhindert, dass die Gase sich verflüchtigten. Stattdessen hielten sich die Emissionen in den unteren Bereichen der Atmosphäre.

Auswärtiges Amt rät von Reisen ab

Das Auswärtige Amt in Berlin rief dazu auf, auf nicht notwendige Reisen nach La Palma zu verzichten. "Es ist nicht auszuschließen, dass es zu Evakuierungen weiterer Gebiete oder auch zu - eventuell nur vorübergehenden – Schließungen des Flughafens auf La Palma kommen wird", heißt es in dem Hinweis.

Wind entscheidend

Am Freitag hatte sich am Vulkan ein neuer Schlot aufgetan, aus dem Lava floss. Der Vulkan-Experte Miguel Angel Morcuende sprach von "intensiven Aktivitäten". Wie der Präsident der kanarischen Regionalregierung, Ángel Víctor Torres, erklärte, sind seit dem Beginn des Ausbruchs am 19. September 80 Millionen Kubikmeter Lava freigesetzt worden.

In der Nacht zum Mittwoch war erstmals Lava ins Meer geflossen. Sie hat dort eine mehr als 20 Hektar große Landzunge gebildet, die nach wie vor wächst. Dabei entstehen große Mengen an Rauch und giftigen Gasen, die der Wind zunächst Richtung Meer trug.

Doch seit Donnerstag beobachteten Experten eine Verschlechterung der Luftqualität in den nahe gelegenen Wohngebieten. In Tazacorte etwa stiegen die Schwefeldioxidwerte nach Angaben des Nationalen Instituts für Toxikologie an. In Santa Cruz de La Palma nahm die Dichte der Aschepartikel zu. Experten warnten: "Das Einatmen oder der Kontakt mit ätzenden Gasen oder Flüssigkeiten kann Haut, Augen und Atemwege reizen und Atembeschwerden verursachen, insbesondere bei Menschen mit bereits vorhandenen Erkrankungen der Atemwege."

Verhältnismäßig wenige Inselbewohner betroffen

Bislang sind rund 6000 Menschen aus den gefährdeten Bereichen um den Vulkan in Sicherheit gebracht worden, rund 800 Gebäude wurden zerstört. Allerdings seien verhältnismäßig wenige der 83.000 Inselbewohner durch den Ausbruch in ihrem Leben eingeschränkt, sagte Morcuende. "Weniger als acht Prozent der Insel ist vom Vulkan betroffen."

Die letzten Ausbrüche waren 1971 und 1949 registriert worden. Dabei waren insgesamt drei Menschen ums Leben gekommen - zwei von ihnen starben durch giftige Gase.

Die Karte zeigt die Insel La Palma mit dem Lavastrom aus einem Vulkan des Cumbre Vieja, Kanarische Inseln.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Oktober 2021 um 12:52 Uhr.