Feuerwehrkräfte stehen im japanischen Kyoto in einem brennenden, mehrstöckigen Animationsstudio. | AP

Anschlag in Kyoto Viele Tote bei Feuer in Filmstudio

Stand: 18.07.2019 14:50 Uhr

Nach dem Brandanschlag auf ein Filmstudio im japanischen Kyoto hat ein 41-Jähriger die Tat offenbar gestanden. Mindestens 33 Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt.

Bei einem Brandanschlag auf ein Filmstudio in Kyoto sind mindestens 33 Menschen getötet worden. Das teilte die Feuerwehr mit. Weitere wurden laut der japanische Nachrichtenagentur Kyodo verletzt. Mehrere Menschen hätten das Bewusstsein verloren. Ein 41-jähriger Mann, der unter den Verletzten war und ins Krankenhaus gebracht wurde, habe die Tat gestanden, hieß es weiter.

Der Täter soll eine brennbare Flüssigkeit am Morgen (Ortszeit) an dem Gebäude versprüht und daraufhin das Feuer gelegt haben. Dabei schrie er nach Angaben von Augenzeugen: "Sterbt!" Sein Motiv war zunächst unklar.

Die 1981 gegründete Produktionsfirma Kyoto Animation hat vor allem in den 2000er Jahren einige beliebte Fernseh-Zeichentrickserien wie "K-On!", "Free!" und "Suzumiya Haruhi no Yuutsu" produziert, die sich insbesondere an die jüngere Generation richten. Viele Fans in Japan haben Orte aufgesucht, die in den Filmen eine Rolle spielen.

Aufnahmen des dreistöckigen Firmengebäudes zeigten ein völlig ausgebranntes Haus, aus dem noch Rauchwolken aufstiegen. Die Polizei fand am Tatort auch mehrere Messer.

Es wäre nicht der erste Massenmord in Japan, das eigentlich den Ruf genießt, eines der sichersten Länder der Welt zu sein. Erst im Mai hatte ein Mann mit Messern auf wehrlose Schulmädchen eingestochen. Dabei tötete er ein Kind und einen Vater, bevor er sich selbst das Leben nahm. Bei dem bislang blutigsten Amoklauf in Japan seit Jahrzehnten hatte ein junger Mann vor drei Jahren in einem Behindertenheim 19 wehrlose Menschen erstochen.

Feuerwehrkräfte stehen im japanischen Kyoto an einem brennenden, mehrstöckigen Animationsstudio. | REUTERS

Feuerwehrkräfte im Einsatz am brennenden Animationsstudio in Kyoto. Bild: REUTERS

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Juli 2019 um 07:30 Uhr.