Der ertrunkene Aylan wird von einem türkischen Polizisten weggetragen

Ertrunkenes Flüchtlingskind Haftstrafen wegen Mordes an Aylan Kurdi

Stand: 13.03.2020 15:29 Uhr

Das Bild des toten Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi wurde 2015 zum Symbol für das Leid von Flüchtlingen. Nun hat ein türkisches Gericht drei Schleuser wegen Mordes zu langen Haftstrafen verurteilt.

Rund viereinhalb Jahre nach dem Tod des syrischen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi hat ein Gericht in der Türkei drei Anführer einer Schleuserbande wegen Mordes zu Haftstrafen von je 125 Jahren verurteilt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, warf das Gericht in der südwestlichen Stadt Mugla den Männern "Mord mit möglichem Vorsatz" im Fall des damals Dreijährigen und vier weiterer syrischer Flüchtlinge vor.

Bereits 2016 hatte ein Gericht in der Türkei in dem Fall zwei syrische Schleuser wegen Menschenschmuggels zu jeweils vier Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

Foto wird zum Symbol

Der Fall des Jungen hatte während der Flüchtlingskrise weltweit für Entsetzen gesorgt. Anfang September 2015 war er tot an den Strand des Urlaubsortes Bodrum gespült worden. Bei einem Bootsunglück in der türkischen Ägäis waren fünf Flüchtlinge umgekommen, darunter neben Aylan auch dessen Bruder und Mutter. Die Familie hatte versucht, von der Türkei aus in die EU zu gelangen.

Das Foto des toten Aylan wurde zum weltweiten Symbol für das Leid der Flüchtlinge. Derzeit versuchen erneut Tausende Migranten über die Türkei in die EU zu gelangen. An der Grenze zu Griechenland war es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. März 2020 um 16:00 Uhr.

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