ELN-Rebellen (Archivbild 2013) | picture alliance/dpa

Mögliches Attentat in Bogotá Kuba warnt Kolumbien vor Guerilla-Anschlag

Stand: 09.02.2021 11:25 Uhr

Kuba hat der Regierung Kolumbiens vertrauliche Informationen über ein mögliches Attentat der ELN-Guerilla zugespielt. Demnach sei "in den nächsten Tagen" ein Anschlag auf Kolumbiens Hauptstadt Bogotá geplant.

Die kubanische Regierung hat vor einem möglichen Anschlag der linken Guerillaorganisation ELN in Kolumbien gewarnt. "Die Regierung hat eine Mitteilung des kubanischen Botschafters in Kolumbien über einen mutmaßlichen geplanten Anschlag der ELN erhalten", sagte der kolumbianische Verteidigungsminister Diego Molano. Zuvor hatte die Zeitung "El Tiempo" bereits über die Warnung berichtet. Wie Molano weiter mitteilte, sei der Anschlag "in den nächsten Tagen" in der Hauptstadt Bogotá geplant.

Es handelt sich um einen ungewöhnlichen Vorgang, weil die kommunistische Führung Kubas den kolumbianischen Rebellen bisher stets wohlwollend gegenüberstand. Die marxistisch-leninistische Nationale Befreiungsarmee, kurz ELN, hat seit 2018 eine ständige Delegation in der kubanischen Hauptstadt. 

Die Organisation verfügt über rund 2300 Kämpfer und ein großes Netzwerk an Unterstützern. Sie verübt vor allem im Osten Kolumbiens Anschläge und nimmt Geiseln. Nach einem Bombenanschlag mit 22 Toten auf eine Polizeiakademie in Bogotá vor zwei Jahren brach die Regierung die Friedensgespräche mit der Guerillaorganisation ab.

ELN führt bewaffneten Kampf weiter

Im Gegensatz zur deutlich größeren Ex-Guerillaorganisation Farc - die sich kürzlich in "Partido Comunes" (Deutsch: Partei der Gemeinschaftlichkeit) umbenannte - hat die ELN dem bewaffneten Kampf somit noch immer nicht abgeschworen. 

Die Farc hatte im Jahr 2016 ein Friedensabkommen mit der kolumbianischen Regierung geschlossen. Die meisten ihrer Kämpfer gaben daraufhin ihre Waffen ab, und die Farc wandelte sich in eine politische Partei um. Allerdings kündigten einige ehemalige Farc-Anführer seither ihre Rückkehr zum bewaffneten Kampf an.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Februar 2021 um 04:00 Uhr in den Nachrichten.