Telefonieren mit dem Handy - kein Problem, aber das Surfen im Internet war bislang nicht möglich auf Kuba. | Bildquelle: dpa

Technologie-Ausbau Kubaner dürfen jetzt mobil surfen

Stand: 05.12.2018 11:34 Uhr

Internetzugang auf dem Handy - das soll auch für Kubaner jetzt Wirklichkeit werden. Bislang konnten Kubaner nur staatliche Seiten auf ihren Telefonen öffnen. Die Frage ist: Wer kann es sich leisten?

Kuba stellt seinen Bürgern zum ersten Mal einen vollständigen Internetzugang auf Mobiltelefonen zur Verfügung. Die Präsidentin des staatlichen Telekommunikationsunternehmens, Mayra Arevich, kündigte an, dass ab Donnerstag mobiler Internetzugang in 3G-Qualität bezogen werden könne. Bislang können Kubaner nur staatliche E-Mail-Konten auf ihren Telefonen öffnen.

Das kommunistisch regierte Kuba hat einen der niedrigsten Internetnutzungswerte weltweit. Staatliche Internetcafés öffneten 2013. Die Internetnutzung zu Hause genehmigte die Regierung 2017. In Parks und auf Plätzen in Kuba sind inzwischen Hunderte öffentliche WLAN-Verbindungsstellen in Betrieb genommen worden.

Miguel Díaz-Canel | Bildquelle: AFP
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Besser mit den Bürgern kommunizieren - das ist das erklärte Ziel des kubanischen Präsidenten Díaz-Canel.

Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hatte wiederholt erklärt, dass Kuba Technologien ausbauen müsse, auch um besser mit den Bewohnern kommunizieren zu können.

Für viele Kunden unerschwinglich

Die Preise liegen international im Rahmen, sind aber für viele Kubaner unerschwinglich. Der neue Dienst kostet umgerechnet etwa neun Eurocent pro Megabyte, Pakete gibt es von 600 Megabyte für etwa sechs Euro bis vier Gigabyte für rund 26 Euro. Das entspricht dem monatlichen Durchschnittslohn von Staatsangestellten.

Das kubanische Internet ist weitgehend unzensiert, die Regierung blockiert aber eine kleine Zahl von Seiten, die einen Systemwandel auf der Insel propagieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Dezember 2018 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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