Schild der kubanischen Botschaft in Washington | Bildquelle: AP

USA schicken Kubaner nach Hause Ausweisung nach unklarer Erkrankung

Stand: 10.08.2017 19:29 Uhr

Es ist eine ziemlich mysteriöse Geschichte: Mehrere Mitarbeiter der US-Botschaft in Havanna wurden krank. Warum, ist nicht klar. Die USA reagierten, indem sie zwei kubanische Diplomaten des Landes verwiesen. Ein US-Sender spekuliert über einen "akustischen Angriff".

Nach einer mysteriösen Erkrankung mehrerer US-Diplomaten in Havanna hat die Regierung in Washington zwei kubanische Diplomaten ausgewiesen. Die beiden Botschaftsmitarbeiter seien bereits im Mai zur Ausreise aufgefordert worden, teilte das US-Außenministerium jetzt mit.

Zuvor hätten einige Mitarbeiter der US-Botschaft in Havanna über "Vorfälle" geklagt, die zu verschiedenen "körperlichen Symptomen" geführt hätten. Einige US-Diplomaten hätten wegen der Erkrankung in die USA zurückkehren müssen. Lebensgefahr habe aber nicht bestanden.

US-Botschaft in Havanna | Bildquelle: dpa
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Die US-Botschaft in Havanna wurde im August 2015 eröffnet.

Ursache der Erkrankung ungeklärt

Die ersten dieser Fälle seien Ende 2016 bekannt geworden, sagte Außenamtssprecherin Heather Nauert. Was die Ursache sei, wisse man nicht. Es sei aber Pflicht der kubanischen Regierung, US-Diplomaten zu schützen. Das sei einer der Gründe "warum wir die Sache so ernst nehmen", sagte Nauert. Sie vermied es aber, die kubanischen Regierung zu beschuldigen, US-Bürgern schaden zu wollen.

Zur Zahl der betroffenen US-Diplomaten und zur Art ihrer Symptome machte sie keine Angaben. "Als Folge davon haben wir zwei Kubaner aufgefordert, die USA zu verlassen und das haben sie", sagte die Sprecherin. Die kubanische Regierung bestätigte die Angaben. Sie legte gegen die Ausweisung Protest ein.

Der US-Sender CNN berichtet unterdessen, die Mitarbeiter seien möglicherweise Ziel eines "akustischen Angriffs" geworden. Die erkrankten Mitarbeiter hätten Symptome wie bei einer Gehirnerschütterung aufgewiesen, betroffen sei vor allem das Gehör gewesen. CNN beruft sich auf Informationen aus dem US-Außenministerium.

Präsidenten Obama und Castro nach ihrer Pressekonferenz in Havanna | Bildquelle: AP
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Treffen des damaligen US-Präsidenten Obama mit seinem kubanischen Amtskollegen Raul Castro in Havanna am 21. März 2016

Trump: "Grausames und brutales Regime"

Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba sind seit Jahrzehnten kompliziert. US-Präsident Donald Trump hatte im Juni eine Abkehr von der Kuba-Politik seines Vorgängers Barack Obama eingeleitet. Er nahm von Obama eingeführte Lockerungen bei den Reise- und Handelsbeschränkungen mit dem Karibikstaat zurück. Trump bezeichnete die kubanische Regierung als ein "grausames und brutales Regime" und machte die künftigen bilateralen Beziehungen von Fortschritten bei den Menschenrechten abhängig.

Obama hatte ab Ende 2014 eine Politik der Annäherung an den Karibikstaat betrieben. Am 20. Juli 2015 eröffnete Kuba erstmals seit rund einem halben Jahrhundert wieder seine Botschaft in Washington. Das stellte auch Trump bislang nicht in Frage.

Mit Informationen von Gabi Biesinger, ARD-Studio Washington

Nach mysteriöser Akustik-Attacke: USA weisen Kubaner aus
Gabi Biesinger, ARD Washington
10.08.2017 17:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. August 2017 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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