Die Flagge vor US-Botschaft in Havanna ist gehisst.

Ende der Eiszeit Stars and Stripes in Havanna

Stand: 14.08.2015 17:28 Uhr

Es ist ein Tag der ersten Male: Erstmals seit 70 Jahren ist wieder ein US-Außenminister in der kubanischen Hauptstadt Havanna, erstmals nach 54 Jahren eröffnet wieder eine US-Botschaft in Kuba. Kaum gelandet, rief Kerry die Kubaner zur Demokratie auf.

Es ist Neuland für US-Außenminister John Kerry, ungewohntes Terrain überhaupt für amerikanische Chefdiplomaten: 70 Jahre lang hatte kein Außenminister aus Washington Kuba besucht. Und 54 Jahre lang gab es keine diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Jetzt soll sich das ändern - mit einer neuen US-Botschaft.

"Wir glauben, dass dem kubanischen Volk am besten mit einer Demokratie gedient ist," so Kerry. Kubas Zukunft liege in den Händen der Kubaner, betonte er weiter. Das Land müsse jetzt seine internationalen Verpflichtungen für Menschenrechte erfüllen.

Vor mehr als 50 Jahren holten drei US-Marine-Infanteristen die Flagge vor der Botschaft in Havanna ein. Heute hatten sie die Aufgabe, das Stars-and-Stripes-Banner wieder zu hissen. Larry Morris betonte, die Flagge komme dahin zurück, wo sie sein solle. Für ihn und seine Kameraden war es ein bewegender Moment. An dem Festakt nahmen Regierungsvertreter beider Länder sowie US-Abgeordnete teil. Nach der Zeremonie stand für Kerry ein Spaziergang durch die Altstadt von Havanna und ein Treffen mit kubanischen Dissidenten auf dem Programm.

US-Außenminister Kerry ruft Kubaner zu Demokratie auf
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US-Außenminister Kerry ruft Kubaner zu Demokratie auf

US-Embargo ist größte Hürde

Das US-Embargo ist und bleibt die größte Hürde für die Beziehungen zwischen den einstigen Erzfeinden, die sich nun annähern. Immer wieder betont Castros Bruder Raul, sein Nachfolger an der Partei- und Staatsführung, dass es keine normalen Beziehungen geben könne, solange das Embargo bestehe: "Auf dem Weg der Normalisierung unserer Beziehungen liegt nun eine neue, lange und komplexe Etappe vor uns und es braucht guten Willen, um Lösungen für die Probleme zu finden, die sich in fünf Jahrzehnten angesammelt haben. Wir müssen neue Bande zwischen beiden Völkern knüpfen."

Neue Bande entstehen jetzt an der Uferpromenade Malecon: Am siebenstöckigen Gebäude der bisherigen US-Interessenvertretung wurden jahrelang Propagandaschlachten ausgetragen: Die Waffen der USA waren so genannte Nachrichten aus der freien Welt per elektronischem Laufband an der Hauswand, das erst abgeschafft wurde, als Barack Obama ins Weiße Haus einzog.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. August 2015 um 17:00 Uhr.

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