Die Flaggen von Kroatien und der EU. | picture alliance / NurPhoto

EU-Kommission Kroatien darf den Euro einführen

Stand: 01.06.2022 17:33 Uhr

Die EU-Kommission hat Kroatien grünes Licht für die Einführung des Euro gegeben: Das Land erfülle nach einer abschließenden Bewertung die Voraussetzungen dafür. Kroatien will die Währung Kuna ab 2023 durch den Euro ersetzen.

Die EU-Kommission hat für Kroatien den Weg frei gemacht, die Gemeinschaftswährung Euro einzuführen. Zu der Entscheidung hat eine abschließende Bewertung der EU-Kommission geführt. Wie die Brüsseler Behörde mitteilte, könnten damit die noch ausstehenden EU-Beschlüsse zur Umstellung getroffen werden.

Kroatien will seine Landeswährung Kuna ab dem 1. Januar kommenden Jahres durch den Euro ersetzen. Dafür war die nun von der Kommission erteilte Zustimmung nötig. Die Kommission analysierte für ihre Bewertung unter anderem die Inflation und die Stabilität der Wechselkurse in dem Land, das seit 2013 zur EU gehört.

Von der Leyen: "Wird auch den Euro stärken"

"Weniger als ein Jahrzehnt nach seinem EU-Beitritt ist Kroatien nun bereit, dem Euro-Währungsgebiet am 1. Januar beizutreten", sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Der Eintritt des Landes in die Eurozone werde Kroatiens Wirtschaft und "auch den Euro stärken". Ein von der Europäischen Zentralbank veröffentlichter Bericht kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Kroatien die Voraussetzungen zur Einführung des Euro erfüllt.

20 Jahre nach der Einführung der ersten Banknoten sei der Euro zu einer der wichtigsten Währungen der Welt geworden und habe die Lebensgrundlagen von Millionen von Bürgerinnen und Bürgern in der gesamten Union verbessert, so von der Leyen. "Der Euro ist ein Symbol der europäischen Stärke und Einheit."

Ein jahrelanger Prozess

Von den 27 Mitgliedsländern der EU haben bislang 19 den Euro als Währung. Neben Kroatien gibt es in Dänemark, Bulgarien, Schweden, Rumänien, Ungarn, Polen und Tschechien landeseigene Währungen.

Kroatien bemüht sich seit Jahren, die Kriterien für eine Aufnahme in den Euro-Club zu erfüllen. Als bislang letztes Land war zum 1. Januar 2015 Litauen als 19. Mitglied in den Kreis der Länder mit der Gemeinschaftswährung aufgenommen worden. Nach den EU-Verträgen sind alle Mitgliedsstaaten bis auf Dänemark zum Beitritt zur Gemeinschaftswährung verpflichtet, sobald sie die Voraussetzungen erfüllen.

Mehrere Staaten verfolgen dies aber nicht mit Nachdruck - zu ihnen zählen zum Beispiel Schweden und Ungarn.

Blick auf Dubrovnik | picture alliance / PIXSELL

Blick auf die kroatische Küstenstadt Dubrovnik. Vor allem der Fremdenverkehr in Kroatien verknüpft Hoffnungen mit der Umstellung auf den Euro. Bild: picture alliance / PIXSELL

Fremdenverkehr mit großen Erwartungen

In Kroatien sieht vor allem der Fremdenverkehr der Einführung des Euro mit großen Erwartungen entgegen. Das Land mit der langen Adriaküste, den vielen malerischen Buchten und Inseln, lebt stark vom Tourismus. Zugleich befürchten viele Menschen, dass durch die Umstellung auf die europäische Gemeinschaftswährung die Lebenshaltungskosten stark steigen könnten.

Den förmlichen Beschluss über die Euro-Einführung in Kroatien soll der Rat der 27 EU-Mitgliedsstaaten in der ersten Juli-Hälfte fassen. Schwierigkeiten werden nach der eindeutigen Bewertung der EU-Kommission allerdings nicht erwartet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Juni 2022 um 18:00 Uhr.