Ein Mädchen aus Syrien schaut verängstigt von der Ladefläche eines Lasters. | Bildquelle: AFP

Bericht von "Save the Children" Jedes fünfte Kind lebt in Konfliktregion

Stand: 20.11.2020 08:40 Uhr

Etwa 426 Millionen Kinder wuchsen 2019 in Regionen auf, in denen sie mit Gewalt und Krieg konfrontiert wurden. Diese Bilanz zieht die Organisation "Save the Children". Täglich fielen Kinder diesen Konflikten zum Opfer.

Die Zahl der Kinder, die weltweit in einer Krisen- oder Konfliktregion leben, nimmt zu. Das geht aus dem Bericht "Krieg gegen Kinder" hervor, den die Hilfsorganisation "Save the Children" veröffentlichte. Demnach wächst mittlerweile jedes fünfte Kind in einem bewaffneten Konflikt auf.

Demnach lebten im vergangenen Jahr etwa 426 Millionen Kinder in einem Gebiet, in dem sie mit Gewalt in Berührung kamen. Im Jahr zuvor traf das auf rund 415 Kinder zu. Rund 160 Millionen Kinder wuchsen 2019 in Gebieten mit einer sogenannten hohen Konfliktintensität auf.

Laut "Save the Children" wächst jedes fünfte Kind in bewaffnetem Konflikt auf
tagesschau 12:00 Uhr, 20.11.2020, Kerstin Breinig, RBB

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Jeden Tag werden Kinder getötet oder verstümmelt

Zu den schweren Verbrechen an Kindern gehören nach Definition der Vereinten Nationen (UN) Tötung und Verstümmelung, die Rekrutierung als Kämpfer, Entführungen, Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser, die Verweigerung des Zugangs zu humanitärer Hilfe sowie sexuelle Gewalt gegen Kinder. Seit 2005 wurden insgesamt mehr als 250.000 solcher Taten verzeichnet.

In den vergangenen zehn Jahren wurden laut Bericht im Durchschnitt jeden Tag 25 Kinder getötet oder verstümmelt. Im vergangenen Jahr sei das etwa 10.300 Kindern angetan worden, im gesamten Zeitraum seit 2010 beziffert die Organisation die Zahl auf circa 93.000 Kinder. Mehr als ein Drittel von ihnen wurde demnach Opfer von Explosivwaffen wie Raketen, Granaten, Landminen und Streubomben.

Hohe Dunkelziffer bei sexueller Gewalt vermutet

In den zu den Vereinten Nationen zählenden Ländern stieg die Zahl der Verbrechen an Kindern auf einen neuen Höchstwert an: Im vergangenen Jahr erfasste "Save the Children" demnach rund 26.200 Vergehen an Kindern, wobei die Dunkelziffer noch höher liegen dürfte, vor allem im Bereich der sexuellen Gewalt.

Zu den gefährlichsten Konfliktregionen zählt "Save the Children" Afghanistan, die Demokratische Republik Kongo, den Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, den Sudan und Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. November 2020 um 09:00 Uhr.

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