Federica Mogherini | Bildquelle: RAUL MARTINEZ/EPA-EFE/REX

Venezuela-Konflikt Auftakt zu mühsamen Verhandlungen

Stand: 08.02.2019 08:56 Uhr

Venezuelas Staatschef Maduro lehnt Neuwahlen ab, der selbst ernannte Übergangspräsident Guaidó hält nichts von einem Dialog. Die Verhandlungen der Kontaktgruppe aus EU- und lateinamerikanischen Staaten könnten mühsam werden.

Angesichts des eskalierenden Machtkampfs zwischen dem Präsidenten Nicolás Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó in Venezuela hat die Europäische Union für eine friedliche Beilegung des Konflikts geworben.

"Wir können unterschiedliche Meinungen über die Gründe für die Krise haben, aber es eint uns das gleiche Ziel: Wir wollen zu einer friedlichen und demokratischen Lösung beitragen", sagte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini während der Sitzung der sogenannten Kontaktgruppe in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo.

Juan Guaidó | Bildquelle: Leonardo Munoz/EPA-EFE/REX
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Venezuelas selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó spricht sich für vorgezogene Wahlen aus.

Freie Präsidentschaftswahlen gefordert

Die Kontaktgruppe aus mehr als einem Dutzend EU- und lateinamerikanischen Staaten, zu der auch Deutschland gehört, forderte freie Präsidentschaftswahlen für Venezuela. Sie rief zu einer "friedlichen, politischen, demokratischen und rein venezolanischen Lösung" der Staatskrise auf.

"Die Lösung der Krise muss aus dem venezolanischen Volk kommen", sagte Mogherini. "Wir glauben aber, dass eine internationale Initiative wichtig ist, um einen friedlichen und demokratischen Ausweg aus der gegenwärtigen Krise mittels einer freien, transparenten und glaubwürdigen Präsidentenwahl zu begleiten."

Innerhalb von drei Monaten will die Kontaktgruppe einen Weg hin zu einer vorgezogenen Präsidentschaftswahl in Venezuela ausloten. Das entspricht der Forderung des venezolanischen Oppositionspolitikers Guaidó.

Guaidó hatte sich vor zwei Wochen selbst zum Übergangspräsidenten erklärt und den Präsidenten Maduro damit offen herausgefordert. Die USA, viele lateinamerikanischen Staaten und zahlreiche EU-Länder haben ihn bereits anerkannt. Die Lage ist verfahren: Maduro lehnt eine neue Präsidentenwahl ab, Guaidó hingegen hat einen Dialog mit der Regierung ausgeschlossen.

Venezuela-Kontaktgruppe von EU und Lateinamerikanern tagt in Montevideo
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires zzt. Montevideo
07.02.2019 21:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Februar 2019 um 19:00 Uhr.

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