Annegret Kramp-Karrenbauer, Verteidigungsministerin (CDU), spricht mit mit einem Soldaten der Bundeswehr in Masar-i-Sharif. | dpa

Unangekündigter Truppenbesuch Auf Stippvisite in Afghanistan

Stand: 26.02.2021 11:30 Uhr

Nach der Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes ist Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer zu einem Besuch deutscher Soldaten am Hindukusch eingetroffen. Sie wolle sich über die Lage vor Ort informieren, so ihr Ministerium.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist überraschend zu einem Truppenbesuch nach Afghanistan gereist. Sie wolle sich "im direkten Austausch mit den Männern und Frauen der Bundeswehr einen Überblick über die aktuelle Lage des Bundeswehrkontingents und die Situation in Afghanistan verschaffen", so ihr Ministerium in Berlin.

Afghanische Zivilgesellschaft gefordert

Laut Kramp-Karrenbauer benötigt Afghanistan dringend Perspektiven und den gesellschaftlichen Ausgleich zwischen verfeindeten Gruppen. Deutsche Soldatinnen und Soldaten könnten diesen Prozess nicht ersetzen. "Die Männer und Frauen der Bundeswehr leisten aber gemeinsam mit Verbündeten insbesondere im Norden des Landes einen wichtigen Beitrag", erklärte Kramp-Karrenbauer.

Man sei bereit, den Friedensprozess vor Ort weiterhin zu unterstützen - der Schutz der Soldatinnen und Soldaten habe mit Blick auf die Sicherheitslage dabei sehr hohe Priorität. Dafür würden alle erforderlichen Maßnahmen gemeinsam mit den Partnern ergriffen. "Das Ziel bleibt der geordnete Abzug", so Kramp-Karrenbauer.

Verlängerung des Einsatzes in Afghanistan

Das Bundeskabinett hatte erst kürzlich die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan auf den Weg gebracht. Bis zu 1300 deutsche Soldatinnen und Soldaten sollen noch weitere zehn Monate am Hindukusch an der Mission "Resolute Support" teilnehmen und afghanische Sicherheitskräfte unterstützen. Derzeit sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums rund 1100 Männer und Frauen dort stationiert. Die Verlängerung soll bis zum 31. Januar 2022 gelten. Der Bundestag muss darüber noch abstimmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Februar 2021 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.