Felix Tshisekedi | Bildquelle: AFP

Machtwechsel im Kongo Tshisekedi gewinnt historische Wahl

Stand: 10.01.2019 05:47 Uhr

Der Oppositionskandidat Tshisekedi hat überraschend die Präsidentenwahl im Kongo gewonnen. Es könnte der erste friedliche Machtwechsel im dem Land seit der Unabhängigkeit 1960 sein.

Machtwechsel nach 17 Jahren: Der oppositionelle Kandidat Felix Tshisekedi hat die Präsidentschaftswahl in der Demokratischen Republik Kongo gewonnen. Das teilte die nationale Wahlkommission mit. Tshisekedi löst damit Amtsinhaber Joseph Kabila ab, der das Land seit 2001 regiert.

Laut den vorläufigen Endergebnissen erhielt Tshisekedi mehr als sieben Millionen der 18 Millionen abgegebenen Stimmen. Knapp dahinter lag mit mehr als sechs Millionen Stimmen der zweite wichtige Oppositionskandidat, Martin Fayulu. Der Kandidat der Regierungspartei, Emmanuel Ramazani Shadary, kam nur auf gut vier Millionen Stimmen. Für den Sieg bei der Präsidentenwahl vom 30. Dezember genügte eine einfache Mehrheit.

Neuer Präsident im Kongo gewählt
tagesschau 05:30 Uhr, 10.01.2019

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Fayulu spricht von "Wahlputsch"

Der unterlegene Fayulu zweifelte das amtliche Ergebnis an. Die von der Kommission veröffentlichten Resultate seien "ein wahrer Wahlputsch", sagte er. "Die Ergebnisse haben nichts mit der Wahrheit der Wahlurne zu tun." Er forderte dazu auf, die tatsächlichen Ergebnisse der Abstimmung vom 30. Dezember zu veröffentlichen.

Die Opposition hatte vor der Bekanntgabe der Ergebnisse Wahlbetrug zugunsten Shadarys befürchtet. Viele Beobachter rechneten ebenfalls mit einem Sieg des Regierungskandidaten. Die im Kongo sehr einflussreiche katholische Kirche hingegen hatte unter Berufung auf Tausende freiwillige Wahlbeobachter Fayulu zum Sieger erklärt.

Wahlen mehrfach verschoben

Tshisekedi ist der Sohn des verstorbenen Oppositionspolitikers Etienne Tshisekedi. Er ist relativ unbekannt. Das Verfassungsgericht hat 14 Tage Zeit, um das Ergebnis zu bestätigen. Wahlbeobachter hatten zahlreiche Unregelmäßigkeiten gemeldet.

Es könnte der erste friedliche demokratische Machtwechsel im Kongo seit der Unabhängigkeit des Landes 1960 sein. Die Präsidentschaftswahl hätte laut Verfassung eigentlich schon vor zwei Jahren stattfinden müssen. Da sich Präsident Kabila jedoch weigerte, wie vorgesehen nach zwei Amtszeiten abzutreten, wurden die Wahlen mehrfach verschoben. Proteste dagegen wurden blutig niedergeschlagen. 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Januar 2019 um 05:30 Uhr und 06:00 Uhr.

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