Protestierende voreinem Wahllokal in Kinshasa | Bildquelle: AFP

Chaotische Wahlen im Kongo "Nichts passiert, nichts funktioniert"

Stand: 30.12.2018 17:45 Uhr

Nach mehr als 17 Jahren bekommt der Kongo einen neuen Präsidenten, doch die Wahl verläuft chaotisch. Wegen der vielen Pannen werden nun neue Proteste befürchtet.

Von Linda Staude, ARD-Studio Nairobi

Es gießt in Strömen in Kinshasa. Teile der kongolesischen Hauptstadt sind überflutet, der Strom ausgefallen. Ein schlechter Start für den Wahltag, an dem 40 Millionen Menschen einen neuen Präsidenten und neue Parlamente wählen sollen. Und an dem viele befürchten, dass bei der Abstimmung nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

Noch-Präsident Joseph Kabila teilt diese Befürchtungen nicht. "Es ist klar, dass die Wahlen frei und fair sind", sagt er nach seiner Stimmabgabe. "Meine einzige Sorge ist der heftige Regen und dass deswegen die Wahlbeteiligung niedrig sein wird."

Chaotische Wahlen im Kongo
tagesschau 20:00 Uhr, 30.12.2018, Sabine Bohland, ARD Nairobi

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Aber die Wähler sind da, in endlosen Schlangen stehen sie vor den Wahllokalen. Nur wählen können viele nicht, wettert Jerry Nbula. "Ich bin um vier aufgestanden, obwohl ich ganz in der Nähe wohne. Aber wegen des Regens wollte ich ganz sicher sein, dass ich rechtzeitig da bin zum Wählen." Aber jetzt sei immer noch nicht alles bereit. "Das ist alles wirklich seltsam."

Probleme mit Wählerlisten

Eine Stunde, zwei, manchmal drei stehen die Wähler vor verschlossenen Türen und sind entsprechend genervt. "Das Wahllokal hat um sieben aufgemacht, aber sie hatten die Wahlmaschinen noch nicht installiert", sagt Giresse Malembe. "Jetzt warten wir weiter, bis wir wählen können. Aber nichts passiert, nichts funktioniert."

Anderswo funktionieren die umstrittenen Wahlmaschinen, aber dafür fehlen die Wählerlisten. Die werden für knapp 50 Wahllokale erst im Laufe des Tages ausgedruckt und geliefert. Der Regen habe alles durcheinander gebracht, klagt ein Wahlbeamter in der Hauptstadt Kinshasa. "Wir wissen immer noch nicht, wann wir anfangen können und warten jetzt einfach, bis der Regen aufhört."

Im Osten hat es nicht geregnet, aber auch dort gab es Verzögerungen und Probleme mit dem Wahlregister. Kavira Kathayi aus Goma hat ihren Namen nicht auf der Liste gefunden. "Ich bin traurig", sagt sie. "Es ist mein Recht zu wählen. Aber jetzt kann ich nicht. Ich bin enttäuscht und gehe nach Hause."

Martin Fayulu | Bildquelle: AP
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Fayulu könnte Nachfolger von Noch-Präsident Kibala werden.

Proteste befürchtet

In den Oppositionshochburgen, wo gut 1,2 Millionen Menschen gar nicht wählen durften, haben Hunderte Demonstranten ihre eigene Wahl organisiert - mit selbst gemachten Stimmzetteln auf Papier. Sie haben die Hoffnung, dass sie damit doch irgendwie zum gewünschten Neuanfang im Kongo beitragen können.

Oppositionskandidat Martin Fayulu, der in den jüngsten Meinungsumfragen mit weitem Abstand führt, sagt: "Wir stimmen heute für das Ende des Elends des kongolesischen Volkes. Wir stimmen für das Ende dessen, was wir bisher erlebt haben: Dass der Kongo das Gespött der ganzen Welt ist." Er glaube, dass seine Seite den Sieg davontragen werde. "Und dass ich heute Abend bereits der Präsident der Republik sein werde."

Das Wahlchaos und die befürchteten Manipulationen des Ergebnisses zugunsten des Regierungskandidaten vergrößern die Sorge, dass es nach dem Urnengang zu Massendemonstrationen kommen könnte - wie zuletzt bereits nach dem offiziellen Ende der Amtszeit von Präsident Kabila. Seit Dezember 2016 wurden bei Protesten rund 300 Menschen getötet.

Chaotische Verhältnisse bei den Wahlen in der DR Kongo
Linda Staude, ARD Nairobi
30.12.2018 17:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Dezember 2018 um 16:45 Uhr.

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