Menschen im Kongo waschen ihre Hände mit gechlortem Wasser ab, um den Ebola-Virus einzudämmen. | Bildquelle: AP

Epidemie im Kongo 2000 Ebola-Tote in einem Jahr

Stand: 30.08.2019 17:17 Uhr

Trotz aller Bemühungen, die Ebola-Epidemie einzudämmen, wütet das Virus im Ostkongo weiter. Von 3000 infizierten Menschen sind innerhalb eines Jahres mehr als 2000 gestorben. Die Impfkampagnen laufen auf Hochtouren.

Die Zahl der Ebola-Toten in der Demokratischen Republik Kongo ist auf mehr als 2000 gestiegen. Seit dem Beginn der Epidemie vor einem Jahr starben insgesamt 2006 Menschen an dem Virus, wie die kongolesischen Gesundheitsbehörden mitteilten. Insgesamt gab es demnach bislang 3004 Ebola-Fälle, davon 2899 bestätigte und 105 wahrscheinliche Fälle. 902 Menschen gelten als geheilt.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte, die hochansteckende Krankheit schnellstens zu stoppen. Er versprach, dass die WHO weiter entschlossen gegen den zweitgrößten Ebola-Ausbruch in der Geschichte kämpfen werde. Mehr als 200.000 Menschen wurden laut der WHO im Kongo bereits gegen die Krankheit geimpft. 

Die Epidemie im Kongo war am 1. August 2018 ausgebrochen. Im Juli hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Ebola-Epidemie im Kongo den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. 

77 neue Fälle pro Woche

Unter den Ebola-Infizierten sind laut WHO 156 Mitarbeiter von Gesundheitsdiensten. Seit Mitte Juli wurden pro Woche im Durchschnitt 77 neue Fälle erfasst. Rund zwei Drittel aller Erkrankten im Kongo überleben die Infektion nicht. Die Dunkelziffern an Ebola-Erkrankten und Ebola-Toten könnten laut WHO noch weitaus höher liegen.

Die Demokratische Republik Kongo mit der Provinz Nord-Kivu im Osten des Landes
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Die Demokratische Republik Kongo mit der Provinz Nord-Kivu im Osten des Landes

Der tödliche Erreger wird laut der WHO durch Körperflüssigkeiten übertragen und breitet sich vor allem in den kongolesischen Provinzen Nordkivu und Ituri aus. Einige Fälle seien aus der Provinz Südkivu gemeldet worden. Die Bekämpfung der Epidemie wird durch Kämpfe zwischen Milizen und Banden sowie erhebliches Misstrauen der Bevölkerung behindert. Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal werden immer wieder zur Zielscheibe bewaffneter Gruppen.

Viren in Körperflüssigkeit

Das Ebola-Virus wurde erstmals 1976 im Norden der Demokratischen Republik Kongo registriert und ist nach einem dortigen Fluss benannt. Die Betroffenen leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in an inneren Blutungen und schließlich Organversagen. Die Krankheit endet laut WHO je nach Viren-Stamm in 25 bis 90 Prozent der Fälle tödlich. Übertragen wird das Virus durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter. Ein wirksames Heilmittel gibt es bislang nicht.

Im Kongo leben 80 Millionen Menschen. Vier Millionen Kinder, Frauen und Männer fliehen vor der Gewalt innerhalb des Landes. Rund 13 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Neben der Ebola bedrohen andere schwere Infektionskrankheiten wie Cholera, Masern und Malaria die Bevölkerung. Die Hilfsorganisation Save the Children warnte, die Epidemie könne noch mindestens ein Jahr andauern und Folgen für die gesamte Region haben.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. August 2019 um 10:45 Uhr.

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