Der konservative Kandidat Iván Duque, Gewinner der Präsidentenwahl in Kolumbien  | Bildquelle: AP

Stichwahl Konservativer wird Präsident in Kolumbien

Stand: 18.06.2018 08:05 Uhr

Der rechtsgerichtete Kandidat Duque hat die Präsidentschaftswahl in Kolumbien gewonnen. Damit wird sich die Politik der Regierung in Bezug auf die FARC-Rebellen wohl ändern. Das könnte den Friedensprozess gefährden.

Die Unzufriedenheit in Kolumbien über den historischen Friedensvertrag mit der linken Rebellenbewegung FARC ist groß. Das machte sich der bis vor kurzem noch recht unbekannte konservative Politiker Iván Duque zu Nutze. Er will das Abkommen in wesentlichen Punkten ändern und gewann nun die Präsidentenwahl.

Duque kam in der Stichwahl auf 53,95 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt mitteilte. Sein Konkurrent Gustavo Petro von der linken Bewegung Colombia Humana erhielt demnach 41,83 Prozent.

Kolumbianer wählen konservativen Kandidaten Duque zum Präsidenten
tagesschau 15:00 Uhr, 18.06.2018, Xenia Böttcher, ARD Mexiko-Stadt

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"Die Zeit ist gekommen, um echten Wandel zu schaffen", sagte der 41-jährige Duque vor Parteianhängern. Er kündigte eine Zukunft der "Rechtmäßigkeit, Unternehmensfreiheit und Gerechtigkeit" an.

Vor eineinhalb Jahren hatten Regierung und Rebellen den seit Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieg mit über 220.000 Toten und Millionen Vertriebenen beigelegt. Änderungen des Friedensvertrages könnten die Ex-Rebellen zurück in den Untergrund treiben.

Ziehsohn des rechten Ex-Präsidenten Uribe

Der konservative Anwalt Duque gilt als politischer Ziehsohn des rechten Ex-Präsidenten Alvaro Uribe. Ohne die Unterstützung seines prominenten Förderers wäre der bis vor kurzem recht unbekannte Politiker nie so weit gekommen. "Er wird Präsident, weil ihn Uribe dazu gemacht hat", sagte Gimena Sánchez-Garzoli vom Forschungsinstitut Washington Office on Latin America. Uribe gilt als der schärfste Kritiker des Friedensabkommens, das sein Nachfolger Juan Manuel Santos mit den FARC aushandelte.

Bei einer Volksabstimmung fand der Vertrag keine Mehrheit. Uribes Zögling Duque verkündete damals, er wolle das Abkommen "in Stücke reißen". Zuletzt mäßigte er seinen Ton etwas.

Friedensprozess im Land umstritten

Doch selbst kleine Modifikationen dürften den Rebellen gar nicht passen. Der international bejubelte Friedensprozess ist in dem südamerikanischen Land äußerst umstritten.

Nach der Einschätzung der Rechten hat der Staat den Rebellen zu viele Zugeständnisse gemacht. Beispielsweise müssen sie nur relativ milde Strafen fürchten und erhalten zehn garantierte Sitze im Parlament.

Nach Ansicht der Linken erfüllt die Regierung ihre Zusagen an die Ex-Guerilleros wie Schutz vor Anschlägen und Hilfe bei der Rückkehr in das zivile Leben nicht. Richtig zufrieden ist niemand.

Gustavo Petro | Bildquelle: dpa
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In Kolumbien umstritten: Ein Ex-Guerillero in der Politik. Gustavo Petro kam im ersten Wahlgang auf 25 Prozent.

Fortschritte seit Unterzeichnung des Friedensvertrags

Bei allen Problemen lassen sich die Fortschritte seit der Unterzeichnung des Friedensvertrags nicht von der Hand weisen. Weite Teile des Landes sind wieder frei zugänglich, zahlreiche Anti-Personen-Minen wurden entschärft, heftige militärische Auseinandersetzungen wie zu Zeiten des Bürgerkriegs gehören der Vergangenheit an.

Dennoch steht Duque nun vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen: Er muss die große Armut im Land bekämpfen, die Friedensverhandlungen mit der kleineren Guerillaorganisation ELN zum Abschluss führen, ein Rezept gegen die sich ausbreitenden kriminellen Banden finden und dem Drogenhandel Einhalt gebieten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Juni 2018 um 04:51 Uhr.

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