Demonstrationszug in Bogota | Bildquelle: dpa

Generalstreik gegen Regierung Zehntausende protestieren in Kolumbien

Stand: 28.11.2019 11:02 Uhr

Es ist der zweite Generalstreik innerhalb einer Woche. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, Reformen zu Lasten von Arbeitern, Rentnern und Berufsanfängern durchsetzen zu wollen.

In der Hauptstadt Bogotá und mehr als einem Dutzend weiterer Städte haben am Mittwoch erneut Kolumbianer gegen die Regierung von Präsident Iván Duque protestiert. Insgesamt gingen Zehntausende Menschen auf die Straße. Sie protestieren seit einer Woche gegen geplante Arbeitsmarkt- und Rentenreformen sowie zunehmende Gewalt gegen soziale Aktivisten.

In der Hauptstadt Bogotá kam der öffentliche Nahverkehr zum Erliegen, Geschäfte und Büros blieben geschlossen. Auch aus anderen Städten wie Cali und Medellín wurden große Kundgebungen gemeldet. "Das Volk ist aufgestanden in Ecuador, Chile und Bolivien", sagte der Demonstrant David Martinez, der im öffentlichen Dienst angestellt ist. "Jetzt sind wir dran."

Erneut Proteste gegen Regierung in Kolumbien
tagesschau 14:00 Uhr, 28.11.2019

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Aufruf der Gewerkschaften

Es war bereits der zweite Generalstreik innerhalb einer Woche. Gewerkschaften und soziale Bewegungen hatten nach Verhandlungen mit der konservativen Regierung zu landesweiten Demonstrationen aufgerufen. Sie werfen der Regierung vor, Reformen zu Lasten von Arbeitern, Rentnern und Berufsanfängern durchsetzen zu wollen.

Präsident Duque hat inzwischen einen "nationalen Dialog" ausgerufen, dieser brachte bisher aber keine nennenswerten Ergebnisse.

Demonstrant in Bogota | Bildquelle: dpa
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Demonstrant in Bogota

Seit Beginn der Proteste kamen bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei mindestens vier Menschen ums Leben, etwa 500 weitere wurden verletzt.

Proteste in zahlreichen Ländern

Mehrere Länder in Südamerika wurden in jüngster Zeit von heftigen Protesten erschüttert. In Bolivien trat Präsident Evo Morales nach Wahlfälschungsvorwürfen zurück und floh ins Exil nach Mexiko.

In Chile einigten sich die Regierung und die Opposition nach wochenlangen Demonstrationen darauf, eine neue Verfassung auszuarbeiten. In Ecuador musste die Regierung wegen heftiger Proteste die Streichung von Benzin-Subventionen wieder zurücknehmen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. November 2019 um 13:50 Uhr.

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