Ex-Bundespräsident Horst Köhler. | Bildquelle: dpa

Ex-Bundespräsident Köhler gibt UN-Posten auf

Stand: 23.05.2019 04:53 Uhr

Ex-Bundespräsident Köhler gibt seinen Posten als UN-Sondergesandter für den Westsahara-Konflikt auf. Grund dafür seien "gesundheitliche Gründe," heißt es. Er hatte den Job vor zwei Jahren übernommen.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Er bedaure zutiefst, dass Horst Köhler sein Amt vorzeitig aufgebe. So reagiert UN-Generalsekretär Guterres auf die Entscheidung des früheren deutschen Bundespräsidenten. Man habe miteinander gesprochen, heißt es in der schriftlichen Mitteilung weiter. Köhler habe gesundheitliche Gründe für seinen Rücktritt angegeben. Nähere Angaben dazu machen die Vereinten Nationen nicht.

Köhler hatte im August vor zwei Jahren die Aufgabe als UN-Sonderbeauftragter für den Westsahara-Konflikt übernommen. Der UN-Chef dankte dem 76-Jährigen für dessen - Zitat - "unermüdliche und intensive Bemühungen" um eine politische Lösung des jahrzehntealten Konflikts. Die Westsahara war bis 1975 spanische Kolonie und wurde dann größtenteils von Marokko besetzt. Die Befreiungsbewegung Polisario kämpft dagegen für eine Unabhängigkeit des Gebietes.

Verhandlungen ohne Durchburch

Die Vereinten Nationen haben vor über 25 Jahren einen Waffenstillstand vermittelt und setzen sich mit Blauhelmen für Frieden in der Region ein. Ende vergangenen Jahres und dann noch einmal im März brachte Köhler die Konfliktparteien an einen Verhandlungstisch - wenn auch ohne einen Durchbruch zu erzielen.

Horst Köhler war von 2004 bis 2010 der Bundespräsident Deutschlands. Er setzte sich schon damals für eine faire Partnerschaft mit Afrika ein und bereiste den Kontinent häufig. Nach Kontroversen um seine Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr war er zurückgetreten.

Gesundheitliche Gründe - Ex-Bundespräsident Köhler gibt UN-Posten auf
Kai Clement, ARD New York
23.05.2019 06:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Mai 2019 um 06:00 Uhr.

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