Ein Koala wird von einer Tierärztin versorgt. | REUTERS

Population stark zurückgegangen Australien will Koalas besser schützen

Stand: 11.02.2022 12:14 Uhr

Die Bilder von Koalas mit verbranntem Fell gingen nach den Buschbränden in Australien um die Welt. Doch auch Dürren und Rodungen bedrohen die Tiere stark. Nun will die Regierung die Koalas besser schützen.

In Australien sind die Koalas in Gefahr und werden in weiten Teilen des Landes ab sofort besser geschützt. In den Bundesstaaten New South Wales und Queensland sowie im Australian Capital Territory mit der Hauptstadt Canberra wird der Gefährdungsstatus der drolligen Beuteltiere offiziell von "vulnerable" (gefährdet) auf "endangered" (stark gefährdet) hochgesetzt, wie Umweltministerin Sussan Ley mitteilte.

Ein Koala sitzt auf einem Baum. | REUTERS

Dürren, Buschbrände Rodungen: Die Population der Koalas ist laut der Regierung stark zurückgegangen. Die Tiere sollen nun besser geschützt werden. Bild: REUTERS

Millionen für Koala-Schutz geplant

Anhaltende Dürren, verheerende Buschbrände, Krankheiten und der Verlust des Lebensraums hätten in den vergangenen 20 Jahren zu einem starken Rückgang der Koala-Population geführt. Zum Schutz der Tiere will die Regierung in den nächsten vier Jahren 50 Millionen australische Dollar (31 Millionen Euro) aufwenden. "Wir ergreifen beispiellose Maßnahmen zum Schutz des Koalas und arbeiten mit Wissenschaftlern, medizinischen Forschern, Tierärzten, Gemeinden, Bundesstaaten, lokalen Regierungen und der indigenen Bevölkerung zusammen", betonte Ley.

Koalas durch verheerende Buschfeuer hart getroffen

Besonders die gewaltigen Buschfeuer von August 2019 bis März 2020 haben den niedlichen Tieren schwer zugesetzt. Nach Schätzungen der Umweltorganisation WWF wurden dabei mehr als 60.000 der nur in Down Under heimischen Koalas getötet, verletzt, vertrieben oder traumatisiert. Bilder von Tieren mit angesengtem Fell und verbrannten Pfoten gingen um die Welt.

"Nationale Ikone" in Gefahr

Die Hochstufung des Schutzstatus sei auf Grundlage von zwei wissenschaftlichen Studien erfolgt, teilte die Tierschutzorganisation International Fund for Animal Welfare (IFAW) mit. Diese hätten ergeben, dass die Koala-Population im tropischen Queensland seit 2001 um mindestens 50 Prozent eingebrochen ist und Koalas in New South Wales sogar vom Aussterben bedroht sind. "Die Entscheidung für den höheren Schutzstatus war nun dringend notwendig", sagte Rebecca Keeble, IFAW Regionaldirektorin Ozeanien.

Wichtige Koala-Lebensräume müssten jetzt unbedingt gesichert, Wildtierkorridore wieder miteinander verbunden und zentrale Bedrohungen für die Tiere minimiert werden. "Es hätte nicht so weit kommen dürfen, dass Australien nun Gefahr läuft, eine nationale Ikone zu verlieren", so Keeble. Die Lage der Koalas müsse ein Weckruf für Australien sein und die Regierung dazu bewegen, ihre Anstrengungen zu beschleunigen.

Der WWF-Experte Stuart Blanch bezeichnete die neue Einstufung für die Koalas an der australischen Ostküste als wichtig. "Dies wird das drohende Aussterben der Koalas aber nicht aufhalten, außer es gibt zusätzlich strengere Gesetze und Anreize für Landbesitzer, um Waldgebiete zu schützen", warnte er.

"Keine weiteren Rodungen mehr"

Die Umweltschützerin Alexia Wellbelove von der Organisation Humane Society International warnte, Koalas an der australischen Ostküste könnten bereits im Jahr 2050 ausgestorben sein, sollte die Politik keine weiteren Maßnahmen ergreifen. "Wir können uns keine weiteren Rodungen mehr leisten", mahnte sie.

Offizielle Zahlen zu den an der australischen Ostküste lebenden Koalas gibt es nicht. Umweltschützer gehen aber davon aus, dass die Zahl von 185.000 Tieren im Jahr 2001 auf 92.000 im Jahr 2021 gesunken ist.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Februar 2022 um 23:59 Uhr.