Rinder | dpa

Größte Klonfabrik der Welt in China geplant Massenhaft Steaks vom Klonrind?

Stand: 09.12.2015 12:03 Uhr

Rinder, Rennpferde und sogar Hunde sollen künftig massenhaft in der weltgrößten Klonfabrik in der chinesischen Hafenstadt Tianjin zur Welt kommen. Die Pläne des Unternehmers Xu sorgen für Aufregung. Wissenschaftler warnen, Verbraucher sind skeptisch.

Markus Rimmele ARD-Studio Shanghai

Von Markus Rimmele, Shanghai

Bis zu einer Million Rinderembryonen will Xu Xiaochun in der Zukunft pro Jahr herstellen. Im nordchinesischen Tianjin bei Peking plant Xu die größte Klonfabrik der Welt. Die Embryonen sollen dann von Leihkühen ausgetragen werden.

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Neben Rindern will der chinesische Unternehmer auch Rennpferde, Haustiere und Polizeihunde klonen. Bild: dpa

Die so entstehenden Rinder sind gedacht für die Schlachtung und den Verzehr. So soll der wachsende Bedarf der chinesischen Mittelschicht an gutem Rindfleisch gedeckt werden. Geklontes Fleisch, versichert Xu, sei das schmackhafteste, das er jemals gegessen habe. Beim Rind hört der Klon-Ehrgeiz des chinesischen Unternehmers allerdings nicht auf.

Gendatenbank mit Millionen Zellproben

Auch genetisch identische reinrassige Rennpferde will er erzeugen, Haustiere und Polizeihunde. Mit der Fabrik soll in Tianjin auch eine Gendatenbank entstehen mit Millionen eingefrorenen Zellproben bedrohter Arten. Xu plant ein kommerzielles Klongeschäft. Seine Firma Boyalife kooperiert dabei mit dem südkoreanischen Unternehmen Sooam Biotech, das auf das Klonen von Tieren spezialisiert ist. Die Fabrik soll umgerechnet fast 30 Millionen Euro kosten.

Xu Xiaochun hat das Projekt medienwirksam in einer Pressekonferenz vorgestellt. Noch ist es aber mit mehreren Fragezeichen versehen. Unklar ist, ob Xu tatsächlich den Rückhalt und die Freigabe der Behörden für sein Projekt besitzt. Auch wenn das Klonen von Tieren in China nicht verboten ist, warnen auch chinesische Wissenschaftler vor den Risiken der Technologie.

Große Skepsis der Verbraucher

Laut "New York Times" hat Xu außerdem noch keine Genehmigung des chinesischen Landwirtschaftsministeriums, um geklontes Rindfleisch auf den Markt zu bringen. Chinas Konsumenten sind zudem höchst skeptisch, was die Lebensmittelsicherheit angeht. Klonfleisch - das zeigen kritische Reaktionen im Internet - scheint bislang wenig beliebt zu sein. Wissenschaftler bezweifeln auch, dass das Rinder-Klongeschäft profitabel betrieben werden könne.

Xu gibt sich davon unbeeindruckt und denkt schon weiter, nämlich ans Klonen von Menschen. Technisch behauptet er, sei das schon möglich. Das wäre dann aber auch in China verboten.