Merkel mit Barroso und Juncker

EU-Gipfel tagt zum Klima Ehrgeizige Ziele auf der Kippe

Stand: 23.10.2014 19:12 Uhr

Die EU-Staaten beraten bei einem Gipfel in Brüssel über die Klimaziele bis zum Jahr 2030. Die Positionen einzelner Staaten liegen weit auseinander, die Verhandlungen sind schwierig. Ziel ist es, einen Weg zwischen ambitionierten Vorgaben zum Klimaschutz für die nächsten 15 Jahre zu finden, ohne die ohnehin schwache Wirtschaftsentwicklung in Europa zu gefährden.

Vor allem die von Kohlekraftwerken abhängigen osteuropäischen Staaten wie Polen und das auf Atomkraft setzende Großbritannien sperren sich gegen allzu ambitionierte Vorgaben bei der Energie-Einsparung.

Merkel mit Barroso und Juncker

Merkel will, dass die EU beim Klimaschutz beispielgebend ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel traf am Rande des Gipfels mit der polnischen Regierungschefin Ewa Kopacz zusammen, um Kompromissmöglichkeiten auszuloten. Ebenfalls anwesend waren der französische Präsident François Hollande und EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy.

EU soll weiter vorangehen

Merkel dämpfte die Erwartungen an die Ergebnisse: "Die Beratungen werden nicht einfach, und ich kann auch nicht sagen, ob es zu einem Ergebnis kommt." Sie forderte aber, dass Europa beim Klimaschutz weiter "beispielgebend für die Welt" ist. Frankreichs Präsident François Hollande fragte zum Gipfel-Auftakt, "Wenn es keine Einigung in Brüssel gibt zum Klima (...), wie sollen wir dann die Chinesen oder die Amerikaner oder ärmere Länder überzeugen?"

Es zeichnet sich bereits ab, dass nicht alle Zielmarken so ehrgeizig ausfallen, wie es die EU-Kommission und auch die Bundesregierung angepeilt hatten. Während die Vorgabe einer Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 um 40 Prozent weitgehend unumstritten ist, gibt es Unstimmigkeiten um die geplanten Energie-Effizienzgewinne: Die Vorgabe solle nun bei 27 Prozent statt 30 Prozent liegen, sagte der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven. So könnte einem EU-Diplomaten zufolge der Kompromiss aussehen, da einige EU-Länder nur 25 Prozent wollen und andere - wie Deutschland - 30 Prozent Einsparung favorisieren.

Für Zeitdruck sorgt die internationale Klimakonferenz Ende 2015 in Paris. Vorher muss Europa sagen, was es selbst beitragen kann, um die Erderwärmung wenigstens auf zwei Grad zu begrenzen.

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KOMMENTARE

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Resistance1405 24.10.2014 • 00:20 Uhr

@ Lev Horsky (23:27): Für Strom gibt es längst Alternativen!

@ Lev Horsky Denn zur Stromgewinnung haben wir längst andere klimafreundliche Alternativen: Solarstrom, Windstrom, Strom aus Wasserkraft, Strom aus Gezeitenkraftwerken, Strom aus Biomasse (Bioabfälle, Gartenabfälle, usw.), Strom aus Biogas, Strom aus diesem neuen Batteriepark: http://tinyurl.com/na75bzg mittelbayerische: Wichtiger Schritt zur Energiewende: Super-Batterie am Stromnetz (16.09.2014, 17:35 Uhr) oder auch hier: http://tinyurl.com/q5o4bnt weser-kurier.de: Europaweit größter Batteriespeicher im Netz (17.09.2014) Von daher: wir brauchen diese miesen Erdgas-Kraftwerke, die uns ein Seehofer immer noch aufschwatzen will zusammen mit Merkel und Gabriel, überhaupt NICHT! Es geht anders. Und damit schützen wir auch gleich das Klima, weil bei diesen Formen der Stromgewinnung sehr wenig CO2 entsteht. Übrigens: auch beim Heizen geht es längst anders als mit Gas oder Braunkohle oder gar Steinkohle. Auch da müssen wir baldestmöglichst raus!!