Die G7-Staats- und Regierungschef beim Gipfel in Cornwall. | AP

G7-Gipfel in Cornwall Mehr Geld für Klimaschutz in ärmeren Ländern

Stand: 13.06.2021 07:13 Uhr

Am letzten Tag des G7-Gipfels soll heute die Klimapolitik im Fokus stehen. Laut britischer Regierung sollen jährlich 100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz investiert werden. Kritiker sagen: Das reicht nicht.

Die führenden westlichen Wirtschaftsmächte wollen nach Angaben Londons künftig 100 Milliarden Dollar pro Jahr für die Finanzierung des Klimaschutzes in Entwicklungsländern aufbringen. Eine entsprechende Zusage werde es zum Abschluss des G7-Gipfels in der englischen Grafschaft Cornwall geben, teilte die britische Regierung in der Nacht zum Sonntag mit.

Großbritannien will den Gipfel in Cornwall nutzen, um die G7 auf ehrgeizige Klimaziele einzuschwören. Diese sollen dann bei der UN-Klimakonferenz im schottischen Glasgow im November auf globaler Ebene vereinbart werden. Zu den G7-Staaten gehören neben Großbritannien und den USA auch Deutschland, Frankreich, Italien, Japan und Kanada.

Bei der Konferenz hätten erstmals alle sieben Teilnehmerländer ein Bekenntnis zur Klimaneutralität spätestens bis 2050 abgelegt, hieß es weiter. Zudem sei eine Zusage zu einer knappen Halbierung der Treibhausgasausstöße bis 2030 im Vergleich zu 2010 zu erwarten.

Damit sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur UN-Klimakonferenz erreicht worden. Zu den anvisierten Maßnahmen gehörten unter anderem der Ausstieg aus der Kohlekraft zum frühestmöglichen Zeitpunkt, ein Ende fast aller direkten staatlichen Förderung für fossile Energieträger im Ausland und das schrittweise Aus für Autos mit Verbrennermotor.

Eine Klimaaktivistin demonstriert in Cornwall gegen die G7-Klimapolitik. | dpa

Eine Klimaaktivistin demonstriert in Falmouth gegen die G7-Politik. Bild: dpa

Kritiker fordern mehr Engagement

Die Entwicklungsorganisation Oxfam kritisierte die Zielsetzungen als nicht ausreichend. Die Pariser Klimaziele könnten damit zwar erreicht werden, doch müssten die G7-Staaten "angesichts ihrer hohen Verantwortung für das Verursachen der Klimakrise und ihres im Weltmaßstab sensationellen Wohlstands deutlich mehr und schneller reduzieren, um für ärmere Länder mehr Flexibilität bei ihrer klimafreundlichen Transformation zu schaffen", sagte Jörn Kalinski von Oxfam.

Auch Catherine Pettengell vom Climate Action Network kritisierte die Pläne. Ohne zeitliche Vorgaben seien diese "nur leere Versprechen". Die Staats- und Regierungschefs ließen ihren Worten immer noch keine Taten folgen. Investitionen in Kohle müssten sofort enden. Auch müssten die G7-Staaten die schon früher gegebene und diesmal wieder nur bekräftigte Zusage einhalten, den Entwicklungsländern jährlich 100 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen zu wollen.

Damit sollen ärmere Staaten ihren Klimaschutz ausbauen und sich widerstandsfähiger gegen Auswirkungen wie Wetterextreme machen. Die Klimahilfen erreichen laut Oxfam bisher nur 39 Milliarden US-Dollar.

"G7 leisten nach wie vor keinen fairen Beitrag"

Auch die Zusage der knappen Halbierung der Treibhausgasausstöße bis 2030 im Vergleich zu 2010 sei "keine neue Ankündigung", sondern nur eine Bekräftigung der geltenden Ziele unter dem Pariser Klimaabkommen, sagte Jan Kowalzig von Oxfam. "Die G7-Länder leisten nach wie vor nicht ihren fairen Beitrag zum weltweiten Klimaschutz."

Nach Angaben der Organisation Tearfund haben die G7-Staaten seit Beginn der Corona-Pandemie mehr in fossil-energieintensive Bereiche investiert als in saubere Energien.

Das Pariser Klimaabkommen will die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen. Doch schon jetzt hat sich die Erde um rund 1,2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erhitzt. Die fatalen Folgen: Je nach Region gibt es mehr Hitzewellen und Dürren sowie starken Regen, Stürme, Unwetter und Überschwemmungen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Juni 2021 um 09:00 Uhr.