Klima-Aktivistin Greta Thunberg im Gespräch mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau | Bildquelle: REUTERS

Thunberg trifft Trudeau "Er tut nicht genug"

Stand: 28.09.2019 02:30 Uhr

Eine halbe Million Menschen haben im kanadischen Montréal mit Greta Thunberg für mehr Klimaschutz demonstriert. Zuvor empfing Premier Trudeau die Schwedin. Obwohl er versprach, zwei Milliarden Bäume pflanzen zu wollen, musste er Kritik einstecken.

Die Klima-Aktivistin Greta Thunberg hat dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau vorgeworfen, nicht ausreichend gegen den Klimawandel vorzugehen. Nach einem privaten Treffen der beiden in Montréal sagte Thunberg anschließend bei einer Pressekonferenz mit kanadischen Ureinwohnern, dass der Regierungschef gegen die Erderwärmung "nicht genug tut". "Meine Botschaft an alle Politiker rund um die Welt ist dieselbe. Hört einfach zu und handelt auf Grundlage der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse."

Trudeau verkündete wiederum bei einer Pressekonferenz, im Falle eines Wahlsiegs im Oktober zwei Milliarden neue Bäume in Kanada pflanzen zu wollen. Klima-Aktivistin Thunberg nannte er "eine beeindruckende Person, die die Konversation nach vorne bringt" und "die Stimme einer Generation junger Menschen, die ihre Staats- und Regierungschefs dazu aufrufen, mehr zu machen und es besser zu machen - und ich höre zu".

Am Nachmittag nahmen Trudeau und Thunberg an einem Klima-Protest in Montréal teil, nach Angaben der Veranstalter mit rund 500.000 Demonstranten. "Es ist einfach unglaublich, vereint zu sein für so eine gemeinsame Sache", sagte Thunberg. Ihr Heimatland Schweden und Kanada seien beide "angebliche Anführer in Sachen Klimaschutz", so die Klimaaktivistin weiter. "In beiden Fällen heißt das absolut nichts. In beiden Fällen sind es nur leere Worte."

Hunderttausende weltweit

Weltweit haben am Freitag zum Abschluss einer internationalen Streikwoche abermals Hunderttausende Menschen weltweit für mehr Klimaschutz demonstriert. Zum Auftakt versammelten sich Zehntausende in Neuseeland vor dem Parlament in der Hauptstadt Wellington. Es war einer der größten Proteste, die je in der neuseeländischen Hauptstadt abgehalten wurden. Nach Schätzungen sollen dort bis zu 40.000 Menschen zusammengekommen sein.

Weltweit demonstrieren zahlreiche Menschen für besseren Umweltschutz
tagesthemen 21:47 Uhr, 27.09.2019

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In Deutschland fielen die Proteste diesmal deutlicher verhaltener aus als am Freitag in der vergangenen Woche mit rund 1,4 Millionen Menschen.

Bei sommerlichen Temperaturen um die 27 Grad erlebte Mallorca mit 5000 Teilnehmern die größte Klimaschutz-Kundgebung seit Beginn der Jugendbewegung "Fridays for Future". Aktionen für mehr Klimaschutz fanden auch in vielen weiteren Städten Spaniens statt.

Auch in Italien beteiligten sich diesmal viele Menschen an den Protestmärschen. Mehr als eine Million junge Leute demonstrierten nach Angaben der Organisatoren für einen besseren Schutz des Weltklimas. Allein in der Hauptstadt Rom sollen es mehr als 200.000 Menschen gewesen sein. Einige Demonstranten brachten angesichts jüngster Warnungen vom Mont Blanc wegen eines Gletscherabbruchs auch ihre Sorge über das Abschmelzen der Eismassen zum Ausdruck. In Mailand demonstrierten 150.000 Menschen.

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Ursachen und Folgen des Klimawandels

Grafik zu Abweichungen von der weltweiten Durchschnittstemperatur

Wie sehr weicht die Durchschnittstemperatur vom langjährigen Mittelwert ab? Diese Grafik zeigt die jährlichen Temperaturabweichungen weltweit seit 1900. Die Nulllinie wurde aus den Durchschnittstemperaturen im Zeitraum von 1901 bis 2000 errechnet.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 27. September 2019 um 21:45 Uhr.

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