Teilnehmer der Klimakonferenz in Marrakesch | Bildquelle: AFP

Ergebnisse von Marrakesch Klimaschutz - Hauptsache gemeinsam

Stand: 19.11.2016 00:45 Uhr

Die Klimakonferenz in Marrakesch ist zu Ende. Eines der wichtigsten Ergebnisse ist: Der gemeinsame Wille, auch von wirtschaftlich schwächeren Staaten. Doch mit Blick die auf USA bleiben Fragezeichen.

Von Werner Eckert, SWR-Umweltredaktion

Die Klimakonferenz in Marrakesch hat geliefert. Weniger im offiziellen Teil, da sind hier ohnehin keine weitreichenden Beschlüsse zu erwarten. Wichtiger sind die Dinge drumherum: 45 Staaten haben angekündigt, dass sie aus Kohle, Öl und Gas völlig aussteigen wollen und das bis zur Mitte des Jahrhunderts.

Das ist nicht jetzt. Aber die Erklärung ist besonders wichtig, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Es handelt sich um die Länder, die besonders verletzlich sind und die eigentlich noch gar nicht Industrieländer sind." Und Hendricks richtet an diese Länder einen Rat: "Steigt erst gar nicht in die Kohlezeit ein. Ihr habt alle Entwicklungsmöglichkeiten, wenn ihr die Kohle erst gar nicht groß werden lasst."

Ausstieg als "starkes Signal"

Die Umweltverbände sind euphorischer und schätzen die Wirkung der Klimakonferenz auch höher ein. Die 45 Staaten würden im Verhältnis etwa so viel CO2 aus wie Russland, sagt Martin Kaiser von Greenpeace. Ihr Wille zum Ausstieg werde "ein starkes Signal an andere Staaten geben, diesen Weg mitzugehen".

Zu den Staaten gehören neben vielen kleineren auch die Philippinen, Bangladesh oder Pakistan. Es ist eine politisch vielfach gelobte Ankündigung - allerdings mit einem sehr vagen Zeitplan.

Aus Sicht von Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth zählt auch Deutschland zu der Gruppe derer, die Abschied nehmen von Kohle, Gas und Öl: "Wir haben uns bereits darauf festgelegt, bis 2050 auf fossile Energien zu verzichten. Das steht auch in unserem Klimaschutzplan."

Abschluss des UN-Klimagipfels
tagesschau 20:00 Uhr, 18.11.2016, Stefan Schaaf, ARD Madrid, zzt. Marrakesch

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Trump wirft einen langen Schatten

Auch die Proklamation von Marrakesch, die bereits vorgestellt wurde, ist so ein Neben-Ergebnis der Klimakonferenz. Die marokkanischen Gastgeber wollten sie. Sie ist zwar kein offizieller Beschluss, passt aber gut in die Stimmung. Da wird die Gemeinschaft beschworen. Und das betonen alle deshalb besonders, weil über dieser Konferenz - seit der Wahl in den USA - der Schatten von Donald Trump hängt. Wird er aus den internationalen Klimaverhandlungen aussteigen? Das hat er mehrfach angedroht.

Und wenn! - so scheint es, lautet die Antwort der Staatengemeinschaft. Annalena Baerbock, klimapolitische Sprecherin der Grünen, hat den Trump-Faktor als ambivalent wahrgenommen: "Es ist gut, dass alle anderen Staaten gesagt haben, wir stehen zusammen, wir betreiben weiterhin Klimaschutz. Ein bisschen nach der Devise: Jetzt erst Recht!" Doch Baerbock gibt auch zu bedenken: "Es wurde tagelang über Trump geredet und die eigentliche Aufgabe heißt ja, die nationalen Klimaschutzpläne mit Leben zu füllen."

China arbeitet an Führungsrolle

Vor allem China ist dabei, seine Führungsrolle in Sachen Klimaschutz auszubauen. Die Chinesen haben so große Probleme mit den Folgen des Klimawandels, dass sie da nicht nachlassen wollen. Und sie sind auch deutlich offener als bei früheren Konferenzen. Fast schon mit britischem Humor kontert Chinas stellvertretender Außenminister Liu Zhenmin auf Trumps frühere Vorwürfe, China habe den Klimaschutz erfunden, um der US-Wirtschaft zu schaden.

Die Klimaverhandlungen seien bereits in den 1980er-Jahren durch den Weltklimarat eingeleitet worden, sagt Liu, und zwar mit der Unterstützung der Republikaner unter George Bush, dem älteren. "Deshalb hoffe ich, dass die neue republikanische Regierung diese Arbeit weiter unterstützt", so Liu.

In Marrakesch steht die Abschlussversammlung noch aus. Dort sollen die offiziellen Papiere verabschiedet werden. Details bei den Finanzen und technischen Fragen sind noch umstritten, aber Beobachter sind zuversichtlich, dass die Konferenz pünktlich am Abend endet.

Klimaschutz nimmt Fahrt auf vorläufige Bilanz
W. Eckert, SWR
18.11.2016 18:11 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 18. November 2016 um 18:34 Uhr im Deutschlandfunk.

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