Ein Teilnehmer der UN-Klimakonferenz in Madrid | Bildquelle: AFP

UN-Klimakonferenz Madrid muss in die Verlängerung

Stand: 13.12.2019 18:12 Uhr

Eigentlich sollte der UN-Klimagipfel gestern mit einer Abschlusserklärung enden. Doch die Staaten hinken hinterher, eine Einigung ist in vielen strittigen Punkten nicht absehbar. Das Schwarze-Peter-Spiel beginnt bereits.

Die Verhandlungen bei der UN-Klimakonferenz in Madrid sind festgefahren. Eigentlich sollte das Treffen gestern zum Abschluss kommen. Eine Einigung der beinahe 200 Staaten ist jedoch bislang nicht absehbar.

Keine Einigung in strittigen Themen bei UN-Klimakonferenz
tagesschau 20:00 Uhr, 13.12.2019, Stefan Schaaf, ARD Madrid

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Am eigentlich letzten Tag der Konferenz wurde über beinahe alle wichtigen Punkte noch verhandelt: die Abschlusserklärung, Geld für Klimaschäden in ärmeren Ländern und Regeln für den Handel mit Klimaschutz-Gutschriften.

"Die Welt schaut auf uns"

In einer Plenarsitzung wurde deutlich, wie weit die Forderungen der Staaten teilweise noch auseinander lagen. Konferenzpräsidentin und Chiles Umweltministerin Carolina Schmid mahnte: "Die Welt schaut auf uns."

Ein Vertreter Costa Ricas benannte Brasilien, Australien und die USA als Staaten, die in den Verhandlungen bremsten. Ein Staatenbündnis, zu dem auch Deutschland gehört, prangerte die Blockadehaltung an. "Wir wissen, was getan werden muss", sagte Simon Stiell, ein Vertreter der Regierung der Karibikinsel Grenada. "Aber es gibt einige wenige Stimmen, die die Agenda der vielen diktieren."

Einige Verhandler hofften, dass die Einigung der EU-Staaten auf das Ziel, 2050 klimaneutral zu sein, neuen Schwung in die Verhandlungen bringt. EU-Kommissionsvize Frans Timmermans sagte in Madrid, er hoffe, dem EU-Beschluss würden "viele unserer Partner in aller Welt folgen".

Schulze: Signal für mehr Klimaschutz

Bundesumweltministerin Svenja Schulze nannte eine gute Abschlusserklärung als zentralen Punkt für einen gelungenen Abschluss der Konferenz. Das Signal müsse sein, dass die Staaten im kommenden Jahr ihre Ziele im Klimaschutz erhöhten. "Das muss mit in dieser Erklärung sein."

Wenn man dagegen in den schwierigen Verhandlungen über den Handel mit Klimaschutz zu keinem Ergebnis komme, sei das "kein Scheitern der Konferenz", so die SPD-Politikerin weiter. Es gehe jetzt weniger um Arbeit an Texten als um die eigentliche Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und den Austausch zwischen Staaten.

"Suche nach Schlupflöchern"

Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan zeigte sich entsetzt über die bisherigen Entwürfe für Beschlüsse des UN-Gipfels. Es werde sich zeigen, "ob die Klimakonferenz ein komplettes Desaster wird", sagte sie.

Auch bei der Klimaschutzbewegung Fridays for Future war die Enttäuschung schon vor dem Ende groß. Der Gipfel habe nichts anderes erreicht, "als nach Schlupflöchern zu suchen", teilten Aktivisten in Madrid mit. Die Gründerin der Bewegung, Greta Thunberg, sagte, politische Entscheidungsträger versuchten immer noch, vor ihrer Verantwortung davonzulaufen. "Wir müssen dafür sorgen, dass sie das nicht tun können."

Klimaziele von Paris

Grundsätzlich geht es bei den UN-Verhandlungen um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015, in dem sich fast 200 Staaten das Ziel gesetzt haben, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad.

Dazu ist es Wissenschaftlern zufolge notwendig, dass der Ausstoß von Treibhausgasen - vor allem Kohlendioxid (CO2) aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas - schnell und deutlich zurückgeht. Bisher steigen die Emissionen weltweit aber. Auch für 2019 wird ein Plus vorausgesagt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Dezember 2019 um 17:00 Uhr.

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