Antonio Guterres | REUTERS

Klimakonferenz eröffnet "Wir gefährden das Leben an sich"

Stand: 02.12.2019 12:53 Uhr

In Madrid hat die 25. UN-Klimakonferenz begonnen. Zur Eröffnung richtete UN-Generalsekretär Guterres einen Appell an die Staaten: Man müsse endlich ernst machen damit, den "Krieg gegen die Natur" zu beenden.

Mit einem Appell des UN-Generalsekretärs hat die Klimakonferenz in Madrid begonnen. Antonio Guterres wählte deutliche Worte, um das Ausmaß der Krise deutlich zu machen. Er forderte die Staaten eindringlich auf, im Kampf gegen den Klimawandel Tempo zu machen. "Wenn wir nicht schnell unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben an sich", sagte er.

Die Menschheit müsse wählen zwischen dem Weg der "Hoffnung" und dem der "Kapitulation" beim Klimaschutz. "Wollen wir wirklich als die Generation in Erinnerung bleiben, die den Kopf in den Sand steckte, die herumbummelte, während die Erde in Flammen stand?", fragte er. Die Wissenschaft zeige, dass die Erderwärmung und ihre dramatischen Folgen schneller voranschritten als erwartet. Millionen junge Menschen weltweit verlangten entschlossene Maßnahmen. "Wir müssen endlich zeigen, dass wir es ernst meinen damit, den Krieg gegen die Natur zu beenden."

Zurzeit zerstöre die Menschheit wissentlich die Ökosysteme, die sie am Leben erhalten, beklagte Guterres. Insbesondere fossile Brennstoffe wie Kohle Gas und Öl müssten da bleiben, wo sie sind: im Boden. "Entweder wir stoppen unsere Sucht nach Kohle, oder alle unsere Anstrengungen sind umsonst." Vor allem die Länder mit dem größten Treibhausgas-Ausstoß müssten mehr tun. "Was mich frustriert, (...) ist das langsame Tempo des Wandels, vor allem, weil wir die Technologien und Werkzeuge, die wir brauchen, schon haben." Trotz gegenteiliger Versprechen sei der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase während der vergangenen zehn Jahre jährlich im Schnitt um 1,5 Prozent gestiegen sei.

Millionen Klima-Flüchtlinge befürchtet

Vor Beginn der Klimakonferenz hatten bereits eine Reihe von Hilfsorganisationen erneut Alarm geschlagen und unter anderem gewarnt, es könne Millionen Flüchtlinge durch klimabedingte Katastrophen geben. Rund 29.000 Teilnehmer aus fast 200 Ländern werden in Madrid erwartet, darunter neben Ministern, Staats- und Regierungschefs auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) kommt in der zweiten Konferenzwoche dazu. Den Vorsitz der auf zwölf Tage angesetzten Beratungen hat Chile mit seiner Umweltministerin Carolina Schmidt.

Nach gewaltsamen Unruhen in dem südamerikanischen Staat hatte Chile die Konferenz im eigenen Land allerdings abgesagt, Spanien sprang kurzfristig als Gastgeberland ein. Zu den Knackpunkten der Verhandlungen gehören Hilfen für die Entwicklungsländer bei der Bewältigung klimabedingter Schäden sowie konkrete Regeln zur Einbeziehung von Marktmechanismen bei der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Umweltorganisationen dringen darauf, dass in Madrid zumindest ein paar große Emittenten wie die EU eine Anhebung ihrer Klimaschutzziele fest zusagen.

Über dieses Thema berichtete am 02. Dezember 2019 die tagesschau um 12:00 Uhr und NDR Info um 12:45 Uhr in den Nachrichten.

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KOMMENTARE

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Margitt. 02.12.2019 • 18:50 Uhr

Über den Klimawandel reden und reden und reden und nichts tun,

bringt niemanden weiter. Wieso können die Politiker nicht endlich handeln und ich meine, damit drastische Maßnahmen beschließen, die wirklich etwas bringen? Es gibt doch einige Maßnahmen, die in der Summe viel bringen würden wie Verzicht auf Fleisch (und die Masttierhaltung), wie Tempolimits, sei es das Verbot großer Limousinen, wie Einschränkungen beim Flugverkehr, Verpflichtungen der Restaurants und Krankenhäuser zum Anbieten veganer Gerichte, Subventionen an Landwirte, die pflanzliche Nahrung für die Menschen anbauen, usw. Das alles wären wenig eingreifende Maßnahmen, die niemanden stark einschränken würden. Dass viel geschehen muss, wenn man das CO2 reduzieren will, ist allen klar. Also sollten wir doch endlich richtig damit anfangen.