Mateusz Morawiecki (l), Premierminister von Polen, hält während des Weltklimagipfels eine Rede | Bildquelle: dpa

UN-Klimakonferenz Entscheidende Tage in Kattowitz

Stand: 10.12.2018 09:01 Uhr

Die Klimakonferenz geht in ihre zweite und entscheidende Woche - und die Zeit drängt: Die wichtigsten Fragen sind noch offen. Außerdem stellen sich Staaten wie die USA und Saudi-Arabien quer.

Von Werner Eckert, SWR

Die entscheidende Woche bei der Klimakonferenz beginnt. Helmut Hojeski, Chef der österreichischen Delegation, die den EU-Vorsitz innehat, macht klar, dass in Kattowitz einiges auf dem Spiel steht. "Das ist eine entscheidende Klimakonferenz, die wichtigste seit dem Paris-Gipfel vor drei Jahren, wo wir das historische Abkommen geschlossen haben", sagt er. "Denn in Paris haben wir alle zugestimmt, dass wir bis 2018 das Regelwerk fertig haben, mit dem wir das alles auch wirklich umsetzen können. Das ist die Herausforderung."

Einfach wird das nicht. Vor allem, wenn das ein Regelwerk mit Zähnen werden soll, das keine Schlupflöcher öffnet und Fortschritt beim Klimaschutz wirklich messbar macht. Da stehen entscheidende politische Entscheidungen an.

Streit über Sonderbericht

Aber das ist nicht der einzige Streit: Staaten wie die USA und Saudi-Arabien wehren sich dagegen, dass der Sonderbericht des Weltklimarates zu den Folgen von 1,5 Grad Erderwärmung in den Abschlusspapieren auftaucht. Damit wollen sie verhindern, dass der Druck wächst, noch mehr für den Klimaschutz zu tun.

Elina Bardram, die EU-Chefdelegierte, drängt aber genau darauf. "Da gibt es Empfindlichkeiten, was diesen Bericht betrifft", sagt sie. "Aber wir müssen schon feststellen, dass die Klimakonferenz genau diese Studie in Auftrag gegeben hat. Also muss sie sie ja wohl zur Kenntnis nehmen. Und sie muss zumindest erklären, wie sie mit den Ergebnissen umgeht - das muss ein Ergebnis der Gespräche hier sein."

Die Minister müssen ran

Schon am Samstag hatte es im Plenum der Konferenz einen langen Schlagabtausch in dieser Frage gegeben. Geklärt ist das nicht. Wie alle entscheidenden Fragen bleibt auch dieser Punkt offen und muss in dieser Woche von den Ministern geklärt werden. Parallel müssen die Fachleute weiter an den Entscheidungspapieren weiterarbeiten. Die Zeit drängt.

"Natürlich ist das der Fall, den man sich nicht wünscht als Minister", sagt Stefan Krug von Greenpeace. "Dass man letztendlich eine ganze Reihe von Knotenpunkten da liegen hat und Texte mit vielen Klammern. Das sind ja keine wirklichen Experten, das sind Politiker, die versuchen, politische Lösungen zu finden."

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Auch Christoph Bals von der Denkfabrik "Germanwatch" ist da unentschieden: "Ich glaube, dass die allermeisten Staaten ein riesiges Interesse haben, dass es hier ein vernünftiges Ergebnis gibt." Von daher rechne er damit, dass es Bewegung gebe. "Ob die ausreichend ist, ist eine offene Frage."

Michal Kurtyka bei der Klimakonferenz in Kattowitz | Bildquelle: dpa
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"Bevor nicht alles steht, steht gar nichts", sagt der Präsident der Konferenz, Michal Kurtyka.

Alles oder nichts

Viele Finanzierungsfragen sind offen und neue zusätzliche Anstrengungen beim Klimaschutz gab es erst recht noch keine. Alles in der Schwebe. Deshalb erinnert Michal Kurtyka, der polnische Präsident der Klimakonferenz, daran, dass der Erfolg dieser Veranstaltungen immer erst am Ende wirklich sichtbar wird. Und er warnt vor Meldungen über scheinbare Teilerfolge: "Bevor nicht alles steht, steht gar nichts - die Arbeit geht weiter."

Noch eine ganze Woche liegt vor den Delegierten und Ministern. Planmäßig enden diese Klimakonferenzen am Freitagabend. In der Praxis aber hat noch jede bisher Überstunden gemacht. So lange, bis am Ende alles steht - oder eben nichts.

Zwischenbilanz zum Weltklimagipfel in Kattowitz
Tagesschau 20:00 Uhr, 10.12.2018, Olaf Bock, ARD Warschau zzt. Kattowitz

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Ranking der Klimaschützer - Deutschland abgerutscht
Werner Eckert, SWR
10.12.2018 10:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Dezember 2018 um 09:00 Uhr.

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