UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht bei der Eröffnungsfeier des COP24-Gipfels. | Bildquelle: dpa

Klimagipfel in Kattowitz "Wir sind nicht auf Kurs"

Stand: 03.12.2018 12:55 Uhr

Ein "historischer Test", "tiefe Schwierigkeiten" oder gar eine "Überlebensfrage": An deutlichen Worten fehlt es bei der offiziellen Eröffnung des Klimagipfels nicht. Schaffen die Staaten den Durchbruch?

Zum offiziellen Auftakt der Weltklimakonferenz hat der polnische Staatspräsident Andrzej Duda die Teilnehmer auf schwierige Verhandlungen eingestimmt. Die Welt stehe vor einem "historischen Test", sagte er bei der Eröffnung in Kattowitz.

"Wir müssen beweisen, dass wir bereit sind, den Plan endgültig umsetzen, den wir 2015 entworfen haben", sagte Duda mit Blick auf das Abkommen von Paris. Dort wurde beschlossen, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius, möglichst sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Duda sagte, dazu müsse ein entsprechendes Regelwerk, das "Katowice-Rulebook" entstehen, in dem genau festlegt wird, wie das Paris-Abkommen umgesetzt werde.

Ohne einen Erfolg beim Klimagipfel in Polen würden die mit dem Pariser Abkommen verbundenen Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllt, warnte Duda.

Klare Ansagen des UN-Generalsekretärs

Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres kam nach Kattowitz. Er warnte in deutlichen Worten vor dem Klimawandel. "Wir stecken in tiefen Schwierigkeiten", machte er deutlich. Die Anstrengungen der Menschheit hielten nicht Schritt mit der Entwicklung des Klimawandels. "Wir sind nicht auf Kurs."

Der Klimawandel sei das größte Einzelproblem, dem die Menschheit gegenüberstehe, zeigte sich Guterres überzeugt. Die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle müsse stark reduziert werden.

UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz
tagesthemen 22:15 Uhr, 03.12.2018, Jan Koch, WDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Überlebensfrage der Menschheit"

Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller sieht die Erderwärmung als "Überlebensfrage der Menschheit" und erwartet von der Weltklimakonferenz mehr Entschlossenheit im Kampf gegen den Klimawandel. "Kattowitz muss die Trendwende sein, vom Reden zum Handeln zu kommen", sagte der CSU-Politiker.

Seit der Klimakonferenz 2015 in Paris sei zu wenig passiert. Die dort vereinbarten Ziele erfüllten weltweit nur 17 Staaten. Auch Deutschland hinke seinen selbst gesteckten Klimaschutzzielen hinterher, räumte Müller ein.

Umweltministerin Svenja Schulze nannte es "sehr schmerzhaft", dass Deutschland die eigenen Klimaziele für 2020 aller Voraussicht nach verfehlen wird. Zum Kohlausstieg sagte Schulze: "Der Wille ist da, aber wir müssen jetzt noch ganz genau den Weg beschreiben."

Drei Jahre nach Paris

In Kattowitz beraten Delegierte aus 197 Ländern bis zum 14. Dezember über die Umsetzung des Pariser Abkommens. Dabei geht es auch um Finanzhilfen für arme Staaten, die besonders stark unter den Folgen des Klimawandels leiden. Die Weltbank kündigte bereits an ihre Finanzhilfen für Entwicklungsländer zu verdoppeln. Von 2021 bis 2025 sollen insgesamt 200 Milliarden Dollar (rund 177 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt werden.

Drei Jahre nach der Verabschiedung des Pariser Abkommens ist zudem eine Bestandsaufnahme der bisherigen Klimaschutzmaßnahmen der Weltgemeinschaft geplant. In zwei Jahren sollen die Staaten neue, verschärfte nationale Ziele zur Kohlendioxid-Reduktion vorlegen.

Graphen zu CO2-Emissionen pro Kopf im Vergleich in den USA, Deutschland, Europa, China und im weltweiten Durchschnitt.
galerie

Während in den USA die CO2-Emissionen seit den 1960er Jahren konstant hoch geblieben sind, lässt sich für Deutschland seit den 1990er Jahren ein leichter Rückgang beobachten. Auffallend ist der starke Anstieg in China ab der Jahrtausendwende.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Dezember 2018 um 12:00 Uhr und 14:00 Uhr.

Darstellung: