Klimaaktivistin Thunberg bei der Demo in Madrid | REUTERS

Demo bei Weltklimakonferenz Greta Thunberg fordert Ergebnisse

Stand: 06.12.2019 20:13 Uhr

Tausende Menschen gehen in Madrid für den Kampf gegen den Klimawandel auf die Straße. Unter ihnen: Aktivistin Thunberg. Sie fordert mehr Engagement von den Mitgliedern der dort tagenden Klimakonferenz.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat die verantwortlichen Politiker bei der Weltklimakonferenz in Madrid zu mehr Engagement und konkreten Ergebnissen aufgerufen. Sie hoffe sehr, dass die COP25 etwas hervorbringe, sagte die 16-Jährige in der spanischen Hauptstadt. Die Mächtigen in der Welt müssten endlich begreifen, wie ernst die Situation sei. "Ich selbst bin nur eine Aktivistin, aber ein kleiner Teil einer sehr großen Bewegung", sagte Thunberg, die erst am Vormittag mit dem Zug von Portugal nach Spanien gefahren war.

Demonstranten beim Klimaprotest Madrid | Rodrigo Jimenez/EPA-EFE/REX

Viele Menschen haben sich dem Protest bereits angeschlossen. Bild: Rodrigo Jimenez/EPA-EFE/REX

Klimaprotest gestartet

Am frühen Abend startete in Madrid die große Klimademonstration. Tausende Menschen beteiligten sich an der Kundgebung unter dem Motto "Die Welt ist angesichts der Klimakrise aufgewacht". Zu ihnen gehört neben Thunberg auch der spanische Schauspieler Javier Bardem und die brasilianische Umweltaktivistin Sônia Guajajara. Der Demonstrationszug setzte sich am Madrider Bahnhof Atocha in Bewegung, von wo aus er fünf Kilometer durch das Zentrum der spanischen Hauptstadt führen soll. Aktivisten hielten Plakate mit Aufschriften wie "Ohne einen Planeten gibt es keine Zukunft" und "Politiker, die Erde stirbt" in die Höhe. Zeitgleich begann in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile, dem ursprünglich geplanten Austragungsort der COP25, eine Kundgebung für mehr Klimaschutz.

Teilnehmerin am Klimaprotest Madrid | Rodrigo Jimenez/EPA-EFE/REX

Klimaaktivisten kritisieren die bisherigen Ergebnisse des Klimagipfels in Madrid Bild: Rodrigo Jimenez/EPA-EFE/REX

Aktivisten ziehen kritische Zwischenbilanz

Die Klimakonferenz wird noch bis zum 13. Dezember dauern. Klimaaktivisten zeigten sich bislang von den Ergebnissen enttäuscht. Die Hilfsorganisation "Care" kritisierte, die Industrienationen spielten bislang auf Zeit. Sven Harmeling, klimapolitischer Sprecher von "Care", sagte: "Auch die EU-Kommission bleibt weiter hinter den Erwartungen zurück. Sie muss dringend Klarheit über die geplante Erhöhung der Klimaziele senden, sonst könnte dies den internationalen Zeitplan für ambitioniertere Klimapläne anderer Länder torpedieren."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Dezember 2019 um 20:00 Uhr.