Der Rauch eines Kohlekraftwerkes kommt vor der Kulisse des Capitol in Washington (USA) aus einem Schornstein.  | Bildquelle: picture alliance / dpa

"Fridays for Future" in den USA Jede freie Minute für das Klima

Stand: 15.03.2019 11:21 Uhr

Die Klima-Bewegung "Fridays for Future" geht heute bis vor das US-Kapitol. Die 14-jährige Karla hat vor einem Monat begonnen, die Demo von heute vorzubereiten.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Karla meldet sich heute in der Schule krank. Sie hat was anderes vor. Dabei wissen ihre Lehrer, dass die 14-jährige mit den braunen langen Haaren einen anderen Termin vor dem US-Kapitol hat. Sie ist nämlich eine der Organisatoren des "Fridays for Future Protest" in Washington: "Ich finde es so cool und aufregend, das alles zu organisieren. Ich bin da so leidenschaftlich und hoffe, dass was Gutes dabei herauskommt."

Seit einem Monat verbringt sie jede freie Minute damit, die Demo an den Start zu bringen. Sie war eine der Ersten, die die Bewegung in den USA unterstützt hat. Für das Klima auf die Straße zu gehen, ist ihr Ding. Dafür hat Karla das Fußballtraining aufgegeben. Ihre Oma fährt sie jetzt zu Interviews: "Es geht um unsere Zukunft. Die Politiker müssen uns ernstnehmen, denn wir müssen mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen leben."

Von der Schulbank in Telefonkonferenzen

Eigentlich geht Karla in die 8. Klasse. Jetzt hängt sie ständig in Telefonkonferenzen mit den Organisatoren der "Fridays for Future" quer durch die USA von Minnesota nach Texas, von Ohio bis Kalifornien. Karlas braune Augen strahlen, wenn sie von dem Protest erzählt: "Ich bin echt nervös. Es ist die erste Rede vor einer großen Gruppe und wir hoffen, dass viele Leute kommen."

Karla freut sich, dass sie die Kongressabgeordnete Ilhan Omar treffen wird. Sie hat versprochen, zu dem Protest zu kommen. Ihre Tochter ist eine der landesweiten Organisatorinnen. Karla hofft auch, dass der Shooting-Star der Demokraten, Alexandria Ocasio-Cortez, vorbeischaut.

Proteste in mehr als 160 Städten geplant

Die 14-jährige freut sich, dass sie über die "Fridays for Future" schon im ganzen Land neue Leute kennengelernt hat. In mehr als 160 Städten sind Proteste geplant. Karla und ihre Mitschüler bringen die "Fridays for Future" direkt vor die Tür des US-Präsidenten. Der hat sein Land aus dem Pariser Klimaabkommen abgemeldet.

Karla verspricht: "Wir treten den Politikern weiter auf die Füße. Wenn sich nichts ändert, werden wir weiter streiken. Das ist ein Versprechen. Wir streiken weiter."

Fridays for future in den USA: Die 14jährige Karla organisiert den Klimaprotest
Martina Buttler, ARD Washington
15.03.2019 09:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. März 2019 um 11:05 Uhr.

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