Mitte März 2019 nehmen Schüler in Dublin an den "Fridays for Future"-Protesten teil. | Bildquelle: dpa

Zweites EU-Mitglied Auch Irland erklärt Klimanotstand

Stand: 10.05.2019 14:06 Uhr

Irland hat den Klimanotstand erklärt und folgt damit britischem Beispiel. Bei Beschlüssen muss Klima damit ein vorrangiger Aspekt sein. Auch in Deutschland gilt schon der Notstand - in kleinerem Rahmen.

Erst Großbritannien, nun auch der Inselnachbar: Als zweites Mitglied der EU hat Irland offiziell den Klimanotstand ausgerufen. Das irische Parlament stimmte einem Antrag zu, der nicht nur die Erklärung des Notstandes beinhaltete, sondern zudem die Regierung des Landes dazu verpflichten soll, "eine bessere Antwort auf die Problematik des Verlustes der Artenvielfalt" zu finden.

Die Entscheidung der Abgeordneten bewertete der Vorsitzende der irischen Grünen, Eamon Ryan, als "historisch". Auf Twitter appellierte er, es sei "Zeit zu handeln" und sprach sich etwa gegen den hohen Plastikverbrauch und fossile Brennstoffe aus.

"Wer ist der nächste?"

Auch Greta Thunberg, durch deren Engagement die "Fridays for Future"-Bewegung ins Leben gerufen wurde, lobt den Schritt Irlands. Jeden Freitag gehen in verschiedenen Ländern Schüler auf die Straße, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren und versäumen dafür den Schulunterricht.

Auch in Deutschland beteiligen sich Woche für Woche Schüler an den Streiks. Für heute waren laut der deutschen "Fridays for Future"-Internetseite in mehr als 40 Städten und Orten Aktionen angekündigt.

In Deutschland ist Konstanz Vorreiter

Als weltweit erstes Landesparlament hatte das britische Unterhaus Anfang Mai den Klimanotstand ausgerufen. Davor hatten dies einzelne Städte getan, darunter Vancouver, Oakland und Basel.

Ebenfalls Anfang Mai reihte sich dann auch Konstanz ein: Der Gemeinderat erklärte den Notstand und erlegte sich damit das Ziel auf, seine künftigen Entscheidungen unter einem Klima-Vorbehalt zu treffen. Beispielsweise sollen Neubauten stets auf ihre klimaneutrale Energieversorgung geprüft werden. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, einen Plan zu entwickeln, wie dieses Ziel erreicht werden kann.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Mai 2019 um 14:00 Uhr.

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