Nonnen stehen beim Angelus Gebet auf dem Petersplatz im Vatikan. | Bildquelle: dpa

Missbrauch von Nonnen Vatikan stellt Papst-Äußerungen klar

Stand: 06.02.2019 16:46 Uhr

Der Papst meinte offenbar eine französische Gemeinschaft, als er "Sex-Sklaverei" anprangerte. Der Vatikan stellte nun dessen Äußerungen zum Missbrauch von Nonnen in der katholische Kirchen klar.

Nach den Äußerungen von Papst Franziskus über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche hat der Vatikan eine Klarstellung veröffentlicht. Sprecher Alessandro Gisotti erklärte, Franziskus habe sich auf Machtmissbrauch in einer französischen Nonnengemeinde bezogen, der sich in Fällen sexuellen Missbrauchs widergespiegelt habe.

Gemeint war demnach die "Johannes-Gemeinschaft" in Frankreich. Sie hatte bereits vor Jahren entsprechende Verstöße eingeräumt. Später wurden auch drei Mönche wegen Pädophilie verurteilt. Der Vatikan befasse sich bereits seit einiger Zeit mit dem Thema und wolle mehr tun, hatte Franziskus in einer Pressekonferenz am Dienstag gesagt.

Verstöße gegen die "Keuschheit"

Der inzwischen verstorbene Gründer der "Johannes-Gemeinschaft", Marie-Dominique Philippe, soll gegen die "Keuschheit" von Frauen im Orden verstoßen haben. Das habe die Gemeinde bereits 2013 zugegeben, berichtete die französische katholische Zeitung "La Croix". Die Verstöße hätten sich gegen "erwachsene Frauen gerichtet, die Philippe begleitet" habe. Die genauen Vorwürfe sind nicht bekannt.

Der Vatikan unter Papst Benedikt XVI. löste schließlich einen Ableger der Gemeinde auf. Im Jahr 2016 veröffentlichte die französische Online-Zeitung "Médiapart" ein internes Schreiben aus dem Vatikan, in dem der Ordensgemeinschaft in Frankreich "verdächtige Nachsichtigkeit" im Umgang mit den Skandalen vorgeworfen wurde.

Franziskus besteigt in Abu Dhabi sein Flugzeug nach Rom. | Bildquelle: VATICAN MEDIA HANDOUT/EPA-EFE/RE
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Während eines Fluges aus Abu Dhabi räumte Franziskus sexuellen Missbrauch von Nonnen durch Geistliche ein.

Lob für Offenheit des Papstes

Bereits im vergangenen Jahr hatten mehrere Medien über den Missbrauch von Nonnen in Indien, Afrika, Europa und Südamerika berichtet. Im November prangerte die Internationale Vereinigung von Generaloberinnen öffentlich eine "Kultur des Schweigens und der Geheimhaltung" an. Diese halte Nonnen zurück, sich öffentlich zu äußern, lautete der Vorwurf.

Kirchenvertreter und Laien befürworteten die Äußerungen des Papstes zum Missbrauch. "Es ist gut, dass er dieses Thema offen anspricht", hieß es von der Deutschen Ordensobernkonferenz, die rund 15.000 Ordensschwestern und etwa 4000 Ordensmänner vertritt. Als "richtig und notwendig" bezeichnete die Laienorganisation "Wir sind Kirche" die Papst-Aussagen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 06. Februar 2019 um 17:36 Uhr.

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