Ein Kind greift durch den US-Grenzzaun zu Mexiko | Bildquelle: AFP

Nach Tod im US-Gewahrsam Flüchtlingskinder werden nun untersucht

Stand: 26.12.2018 14:14 Uhr

Ein Junge aus Guatemala ist in US-Gewahrsam gestorben. Es ist bereits der zweite Tod eines Flüchtlingskindes innerhalb eines Monats. US-Behörden wollen nun alle Kinder in Haft medizinisch untersuchen lassen.

Nach dem zweiten Todesfall binnen eines Monats hat die US-Grenzschutzbehörde eine medizinische Überprüfung aller Kinder in Haft angekündigt. Zudem solle insbesondere die "Politik" gegenüber Kindern unter zehn Jahren überdacht werden, kündigte die Behörde an. Zuvor war ein achtjähriger Junge aus Guatemala in US-Gewahrsam gestorben .

In einer Mitteilung erklärte die Grenzschutzbehörde, der Junge sei am Montag gemeinsam mit seinem Vater "unverzüglich" in ein Krankenhaus gebracht worden, nachdem er mögliche Anzeichen einer Erkrankung gezeigt habe. Die Mediziner hätten zunächst eine "einfache Erkältung" diagnostiziert, doch später habe der Junge einen Fieberschub bekommen. Nachdem er anderthalb Stunden zur Beobachtung im Krankenhaus behalten wurde, sei er entlassen worden. Er habe das Schmerzmittel Ibuprofen und ein Antibiotikum verschrieben bekommen.

US-Grenzbeamte nehmen Flüchtlinge in Gewahrsam | Bildquelle: AFP
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US-Grenzschützer nehmen illegale Flüchtlinge in Gewahrsam.

Guatemala fordert Aufklärung

Am Abend des 24. Dezember habe der Junge jedoch unter Übelkeit gelitten und erbrochen. Er sei erneut ins Krankenhaus gebracht worden. Dort sei er kurz nach Mitternacht gestorben. Die Todesursache sei noch nicht bekannt, erklärte die Behörde. Es werde eine "unabhängige und gründliche Untersuchung" geben. 

Guatemalas Außenministerium forderte eine "transparente und ernsthafte Untersuchung" des Falls. Von den US-Behörden seien medizinische Berichte angefordert worden, um die Todesursache aufzuklären.

Zweiter Todesfall

Den Angaben zufolge waren der Junge und sein Vater am 18. Dezember festgenommen worden, als sie die Grenze zwischen Mexiko und den USA überquerten, um in die texanische Stadt El Paso zu gelangen. Am 23. Dezember wurden sie demnach zum Posten der Grenzpolizei in Alamogordo in New Mexico gebracht.

Erst am 8. Dezember war ein siebenjähriges Mädchen aus Guatemala im Gewahrsam der Grenzschutzbehörde gestorben. Medienberichten zufolge litt sie unter Dehydrierung und einem Schock.

Ein Sarg mit der Leiche eines siebenjährigen Flüchtlingsmädchens aus Guatemala, das in US-Gewahrsam starb. | Bildquelle: AFP
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Bereits Anfang Dezember war ein Mädchen in US-Gewahrsam gestorben.

Kritik von Demokraten

Der demokratische Senator Martin Heinrich, der New Mexico im Kongress vertritt, erklärte, die Nachricht breche ihm das Herz, mache ihn aber auch wütend. "Die Trump-Regierung muss zur Verantwortung gezogen werden für den Tod dieses Kindes und für all die Leben, die sie mit ihrem internen Chaos und ihrer Gleichgültigkeit gegenüber menschlichem Leben in Gefahr gebracht hat."

Der demokratische Abgeordnete Marc Veasey sprach auf Twitter von einer "niederschmetternden" Nachricht an Weihnachten. Wieder sei ein Kind unter Aufsicht der Behörden gestorben. Die demokratische Abgeordnete Nydia Velazquez forderte eine umfassende Aufklärung des Todesfalles. Die New Yorkerin forderte zudem "ein Ende der hasserfüllten, gefährlichen und einwandererfeindlichen Politik" der US-Regierung.

Der verschärfte Kampf gegen illegale Einwanderung aus Lateinamerika ist einer der Schwerpunkte der Politik von US-Präsident Trump. Die Praxis des US-Grenzschutzes, Kinder von an der Grenze aufgegriffenen Einwanderern von ihren Eltern zu trennen, hatte im Juni einen Aufschrei der Empörung ausgelöst. Trump ließ dieses Vorgehen daraufhin beenden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Dezember 2018 um 01:00 Uhr in den Nachrichten.

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