Rettungsarbeiten in Málaga | Bildquelle: REUTERS

Suche nach Kind in Spanien Einen Schritt weiter

Stand: 22.01.2019 04:00 Uhr

Seit mehr als einer Woche soll der zweijährige Julen in einem tiefen Brunnenschacht feststecken. Nun sind die spanischen Rettungskräfte einen wichtigen Schritt vorangekommen.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Die Rettungsaktion für den spanischen Jungen in einem tiefen Erdloch ist einen Schritt vorangekommen. Die Helfer konnten am Abend die Bohrarbeiten für einen Rettungstunnel abschließen.

Der Rettungstunnel verläuft parallel zum Unglücksschacht und ist 60 Meter tief. Die Bohrarbeiten dauerten 55 Stunden. "Wir hätten uns gewünscht, dass die Bohrarbeiten schneller vorangegangen wären. Doch die Realität war eine andere", sagte der Sprecher der Rettungskräfte, Angel Garcia Vidal, am Abend. "Wir stießen auf extrem harte Steine, was uns vor außergewöhnlich große Probleme stellte."

Loch in der Gemeinde Totalán in der Provinz Málaga | Bildquelle: picture alliance/dpa
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Der Schacht hat nur einen Durchmesser von etwa 30 Zentimeter.

Die Arbeiten mussten ständig unterbrochen werden

Die Bohrgeräte kamen nicht voran, und die Arbeiten mussten immer wieder unterbrochen werden. Nun werden große Metallröhren in den Rettungsschacht eingesetzt. Sie sollen für Stabilität an den Wänden sorgen. Diese Arbeiten dauern nach Angaben der Helfer bis zum Mittag.

Dann werden speziell ausgebildete Bergleute mit einer Art Aufzug durch den Schacht in die Tiefe befördert, sie sollen dort per Hand und mit Spitzhacken einen weiteren vier Meter langen horizontalen Tunnel graben. Dieser soll den Rettungsschacht mit dem Unglücksschacht verbinden.

Experten sprechen von der riskantesten Phase der ganzen Aktion, sie kann weitere 24 Stunden dauern. Wenn es bei diesem Zeitplan bleibt, würden die Helfer im Laufe des Mittwochs zum zweijährigen Julen gelangen.

Das Kind war nach Angaben seiner Familien am 13. Januar in das Erdloch in der südspanischen Gemeinde Totalán bei Málaga gefallen. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen von ihm. Ärzte versichern allerdings weiter, es sei nicht ausgeschlossen, dass Julen noch am Leben sei.

Bohrarbeiten für Rettungstunnel abgeschlossen
Oliver Neuroth, ARD Madrid
22.01.2019 08:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. Januar 2019 um 07:12 Uhr.

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