Donald Trump und Kim Jong Un (Archivbild Juni 2018) | Bildquelle: AFP

US-Nordkorea-Gipfel Warum sie sich in Vietnam treffen

Stand: 25.02.2019 09:12 Uhr

Das zweite Treffen von Kim und Trump soll in Vietnam stattfinden. Warum ausgerechnet dort? Das Land könnte mit seiner Vergangenheit zum Vorbild taugen.

Von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Vietnam - das ist ein kapitalistisch erfolgreich, sozialistisch gelenkter Einparteienstaat, 92 Millionen Einwohner mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 200 Milliarden Euro. Das Land erscheint den meisten Beobachtern als gute Wahl für das Gipfeltreffen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem kommunistischen Nordkorea.

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un berührt US-Präsident Trump am Rücken. | Bildquelle: AFP
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Das Verhältnis von Trump und Kim ist von Höhen und Tiefen geprägt. Das Gipfeltreffen im Juni 2018 verlief äußerst höflich.

Vietnams Geschichte taugt zum Vorbild

Wie Korea heute war es früher geteilt in Nord und Süd. Der kommunistische Norden kämpfte und siegte gegen den von den Amerikanern gestützten Süden. Millionen Menschenleben kostete der Vietnamkrieg bis 1975. Nach der Wiedervereinigung leitete die Kommunistische Partei in den 1980er-Jahren mit einer liberalen Wirtschaftspolitik ein schwungvolles Wachstum ein, bis erst das US-Handelsembargo aufgehoben und dann ein Handelsabkommen geschlossen wurde. 2016 hob US-Präsident Barack Obama das 50 Jahre bestehende Waffenembargo auf - die einstigen Feinde hatten sich endgültig angenähert.

Das könnte Kim Jong Un als Erfolgsmodell vorgeführt werden. Aber selbst wenn der Vorbildcharakter nicht der Grund für die Ortswahl war, die geographische Nähe Vietnams zu Nordkorea war es schon: Der langgestreckte Küstenstaat an der Ostseite Indochinas ist für Kim Jong Un gut per Zug zu erreichen.

Tausende Kilometer hat er von Nordkorea aus durch China zurückgelegt, bis zur vietnamesischen Grenzstadt Dong Dang. Die Einwohner dort haben ihn schon erwartet: "Er ist durch China gekommen, das ist ein langer Weg. So sieht er mehr von der vietnamesischen Kultur, den Traditionen und der Landschaft", sagt ein Bewohner Dong Dangs. "Es ist sicherer für ihn. Sein Vater mochte Züge auch schon - vielleicht wollen sie nicht in ihren Flugzeugen fliegen."

Der Zug, den Kim für seine Reise nach Vietnam nutzt. | Bildquelle: AFP
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Via Zug ist Kim Jong Un zum Gipfeltreffen nach Vietnam gereist.

Vietnam bezieht neutrale Position

Die Vietnamesen geben sich sehr verständnisvoll in alle Richtungen. Auch diese neutrale Haltung zwischen beiden Teilnehmern sei ein Grund für die Wahl des Gipfelortes, wie eine Sprecherin Vietnams verkündet: "Vietnam unterstützt mit voller Kraft jeden Dialog der auf Frieden, Sicherheit und Stabilität der koreanischen Halbinsel abzielt." Vietnam stehe bereit, seinen positiven Beitrag zu leisten und die Bemühungen aller beteiligter Parteien zu koordinieren, damit der zweite US-Nordkorea-Gipfel ein Erfolg werde.

Ähnlich wie im vergangenen Jahr schon der Gipfelort Singapur will Vietnam seinen Teil vom diplomatischen Weltruhm abhaben.

Was Vietnam so interessant macht für Trump und Kim
Lena Bodewein, ARD Singapur
25.02.2019 08:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Februar 2019 um 11:00 Uhr.

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