Eine der angeklagten Frauen im Prozess um den Giftmord an Kim Jong Nam | Bildquelle: REUTERS

Tötung von Kim-Halbbruder Prozess um Giftmord wird fortgesetzt

Stand: 11.03.2019 08:27 Uhr

Wussten die Frauen, die den Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim mit Nervengift töteten, was sie taten? Der Richter sieht genügend Beweise für die Mordvorwürfe. Er lehnte einen Antrag auf Freispruch ab.

Der Prozess um den Giftmord am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, Kim Jong Nam, geht in eine neue Runde. Ein Gericht in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur lehnte den Antrag der Verteidigung auf Freispruch der beiden angeklagten Frauen ab. Die Staatsanwaltschaft habe genügend Beweise für die Mordvorwürfe vorgebracht. Damit müssen die Frauen, eine 25-Jährige aus Indonesien und eine 29-Jährige aus Vietnam, weiterhin mit dem Todesurteil rechnen.

Der Entscheidung gingen monatelange Anhörungen voraus, in denen die Angeklagten die Mordvorwürfe zurückgewiesen hatten. Ihnen wird zur Last gelegt, den Nordkoreaner im Februar 2017 mit Nervengift ermordet zu haben. Die Frauen behaupten seit ihrer Festnahme, das Ganze für einen "Streich" gehalten zu haben. Angeblich dachten sie, für eine Art TV-Scherz im Stil der "Versteckten Kamera" angeheuert worden zu sein, und hielten das Gift für ungefährlich. Richter Azmi Ariffin schenkte dem jedoch keinen Glauben.

Nach der Entscheidung des Richters erklärten die Angeklagten, unter Eid aussagen zu wollen. Das Verfahren könnte damit noch mehrere Monate dauern.

Kim Jong Nam auf dem Flughafen in Peking (Aufnahme aus dem Jahr 2007) | Bildquelle: AP
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Diese Aufnahme soll angeblich Kim Jong Nam im Jahr 2007 in Peking zeigen.

Keine Zweifel an Täterschaft

Kim Jong Nam war auf dem Flughafen von Kuala Lumpur mit dem Nervengift VX überfallen worden. An der Täterschaft der Frauen gibt es aufgrund der Aufnahmen der Überwachungskameras keine Zweifel. Wenn sie wegen Mordes verurteilt werden, hat das zwangsläufig die Todesstrafe zur Folge. Ihre einzige Chance: glaubhaft zu machen, dass sie keine Ahnung davon hatten, was sie da eigentlich taten.

Vermutet wird, dass der nordkoreanische Geheimdienst die Tat in Auftrag gab. Das Opfer war ältester Sohn des langjährigen Machthabers Kim Jong Il (1941-2011). Eine Zeit lang galt er als erster Anwärter auf die Nachfolge, fiel dann aber in Ungnade. Die letzten Jahre lebte er außerhalb Nordkoreas. Regimekritiker war er nicht. Manche Experten vermuten, dass er sich für einen Sturz seines Halbbruders bereithielt.

Dieser Beitrag lief am 02. Oktober 2017 um 10:37 Uhr auf BR24.

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