Kim Jong Un | Bildquelle: REUTERS

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un besucht Peking

Stand: 19.06.2018 07:31 Uhr

Es ist bereits der dritte Besuch innerhalb weniger Wochen: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist nach Peking gereist, um über die Ergebnisse des Gipfels in Singapur zu informieren.

Das Tauwetter zwischen Pjöngjang und Peking setzt sich fort: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist wieder einmal zu Besuch in Peking. Das berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Kim werde demnach am Dienstag und Mittwoch in der chinesischen Hauptstadt Gespräche führen. 

Es wird erwartet, dass Kim die chinesische Führung über die Ergebnisse des Singapur-Gipfels informiert, bei dem der Nordkoreaner vor einer Woche erstmals mit US-Präsident Donald Trump zusammengekommen war.

Kim Jong Un und Donald Trump | Bildquelle: AP
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Kim Jong Un und Donald Trump bei ihrem ersten Treffen.

Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, landete am Dienstag am Pekinger Flughafen ein nordkoreanisches Flugzeug mit Kim oder einem anderen hochrangigen Nordkoreaner an Bord. Auch am Pekinger Staatsgästehaus wurden erhöhte Sicherheitsmaßnahmen registriert.  

China als heimlicher Gewinner

Viele Beobachter sehen China als einen heimlichen Gewinner des Treffens zwischen den USA und Nordkorea. Peking will weder nordkoreanische Atomwaffen noch US-Truppen vor der eigenen Haustür. Insofern hätte der Gipfel in Singapur aus chinesischer Sicht kaum besser laufen können. Kim bekräftigte, die Denuklearisierung voranzutreiben zu wollen.

Bereits vergangene Woche hatte China die Ergebnisse, die die USA und Nordkorea in ihren Verhandlungen erreicht haben, gelobt. Der Gipfel in Singapur habe den Weg für eine "friedliche Beilegung" des Atomkonflikts geebnet, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi während eines Treffens mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo in Peking. Die Gespräche zwischen Kim und Trump seien von "historischer Bedeutung" gewesen.

Militärmanöver gestoppt

Derweil kündigten die USA an, das mit Südkorea geplante Manöver abzusagen, dafür seien alle Planungen gestoppt worden. Das teilte das Pentagon mit. Auch das südkoreanische Verteidigungsministerium bestätigte die Entscheidung, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Pentagon-Sprecherin Dana White erklärte, die Planungen für das Manöver mit dem Namen "Ulchi Freedom Guardian" seien suspendiert worden. Man sei noch dabei, weitere Schritte zu koordinieren. Über spätere Militärübungen sei noch nicht entschieden worden.

Trump hatte die Manöver provokant genannt. Er liegt mit dieser Einschätzung auf der Linie Nordkoreas. Das Pentagon hatte stets betont, die Übungen seien rein defensiver Natur. Der Stopp der Planungen gilt als Konzession sowohl an Nordkorea als auch an China. 

Kim Jong Un besucht erneut China
Axel Dorloff, ARD Peking
19.06.2018 09:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 19. Juni 2018 Deutschlandfunk um 08:00 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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