Doan Thi Huong verlässt das gericht in Shah Alam | Bildquelle: AP

Mordfall Kim Jong Nam Vietnamesin zu Haftstrafe verurteilt

Stand: 01.04.2019 07:32 Uhr

Im Prozess um das tödliche Giftattentat gegen den Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist die einzige verbliebene Angeklagte zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt worden. Sie könnte aber schon bald freikommen.

Die im Fall des ermordeten Halbbruders des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un angeklagte Vietnamesin ist zu drei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in Malaysia sprach Doan Thi Huong schuldig, Kim mithilfe "gefährlicher Mittel" Verletzungen zugefügt zu haben.

Damit kommt die Frau nach Verbüßung von zwei Jahren Untersuchungshaft vermutlich schon im nächsten Monat frei.

Sie habe viel Glück gehabt, sagte Richter und wünschte der Frau "alles Gute". Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft den Mordvorwurf fallen gelassen. Doan hatte auf schuldig plädiert und um Milde gebeten. Bei einer Verurteilung wegen Mordes hätte der Frau die Todesstrafe gedroht.

Kim Jong Nam | Bildquelle: AP
galerie

Kim Jong Nam starb 2017 nach einer Giftattacke auf dem Flughafen in Kuala Lumpur.

Giftmord "aus Versehen"

Kim Jong Nam war 2017 mit einem Nervengift im Flughafen von Kuala Lumpur getötet worden. Doan war vor etwa zwei Jahren festgenommen worden. Eine Indonesierin, die ebenfalls als Verdächtige festgenommen worden war, wurde im März freigelassen.

Beide Frauen behaupten, dass sie nicht wussten, was sie taten. Angeblich dachten sie, dass sie für einen Fernsehscherz im Stil der "Versteckten Kamera" einem fremden Mann Babyöl ins Gesicht drücken sollten. Tatsächlich handelte es sich um Nervengift. Vermutet wird, dass Nordkoreas Geheimdienst hinter dem Attentat steckt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. April 2019 um 06:00 Uhr und 07:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: