Kerzen und Poster des Journalisten Khashoggi vor dem Konsulat von Saudi-Arabien in Istanbul.  | Bildquelle: AP

Saudi-arabisches Gericht Todesurteile für Khashoggi-Mord aufgehoben

Stand: 07.09.2020 17:01 Uhr

Der Mord an dem regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi sorgte weltweit für Aufsehen und Entsetzen. Nun hat ein saudi-arabisches Gericht die Todesstrafe gegen die fünf Hauptangeklagten aufgehoben.

Fast zwei Jahre nach dem Mord an dem regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi hat ein saudisches Gericht die Todesstrafe für die fünf Hauptangeklagten aufgehoben und in eine 20-jährige Haftstrafe umgewandelt, meldet die Nachrichtenagentur SPA. Drei Menschen wurden ebenfalls zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Namen der Angeklagten wurden nicht veröffentlicht.

Das Gericht reagierte damit offenbar auf die öffentliche Erklärung der Familie Khashoggis, den Tätern zu vergeben. In Saudi-Arabien ist dies Voraussetzung für die Umwandlung einer Todes- in eine Haftstrafe.

In Istanbul verschleppt und ermordet

Khashoggi war im Oktober 2018 nach einem Besuch im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul verschwunden. Schnell wurde ermittelt, dass er von einem Spezialkommando aus Riad getötet worden war. Erst nach massiver internationaler Kritik räumte die saudi-arabische Regierung ein, den Mord beauftragt zu haben.

Khashoggi hatte unter anderem in der "Washington Post" kritische Artikel über Kronprinz Mohammed bin Salman veröffentlicht. Er lebte damals im US-Exil, während in dem Königreich unter Mohammeds Aufsicht gegen Menschenrechtsaktivisten, Schriftsteller und Gegnern der saudischen Mitwirkung im jemenitischen Bürgerkrieg vorgegangen wurde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. September 2020 um 17:00 Uhr.

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