Kerzen und Poster des Journalisten Khashoggi vor dem Konsulat von Saudi-Arabien in Istanbul.  | Bildquelle: AP

Saudi-Arabien Prozess wegen Tötung Khashoggis beginnt

Stand: 03.01.2019 12:43 Uhr

Vor drei Monaten wurde der Journalist Khashoggi getötet. Bis heute sind die Umstände ungeklärt. Nun hat in Riad der Prozess gegen elf Verdächtige begonnen. Fünf Männern droht die Todesstrafe.

Im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi hat in Saudi-Arabien der Prozess begonnen. Die elf Verdächtigen seien vor dem Gericht in der Hauptstadt Riad erschienen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in einer Stellungnahme mit. Die Anklageschrift sei verlesen worden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur SPA forderte die Staatsanwaltschaft in fünf Fällen die Todesstrafe. Ein Datum für die Fortsetzung der Verhandlung wurde nicht genannt.

Leiche bis heute verschwunden

Die Führung Saudi-Arabiens war nach der Ermordung Khashoggis international in die Kritik geraten. Der Kolumnist der "Wahington Post" war Anfang Oktober im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul getötet worden. Saudi-Arabien leugnete zunächst den Tod des Journalisten, der kritische Kolumnen über Kronprinz Mohammed bin Salman verfasst hatte. Später räumte das Königreich die Tötung ein. Die Leiche Khashoggis ist bis heute nicht wieder aufgetaucht.

Der Agentur zufolge sagte der Generalstaatsanwalt, seine Behörde habe die Türkei zwei Mal um Beweismaterial zu dem Fall gebeten, doch keine Antwort erhalten. Die Türkei hatte ihrerseits Saudi-Arabien mangelnde Kooperationsbereitschaft bei der Aufklärung des Mordes an dem Regierungskritiker vorgeworfen. Auch forderte die Regierung in Ankara vergeblich die Auslieferung der Verdächtigen, um ihnen in Istanbul den Prozess machen zu können.

Saudi-Arabiens Kronprinz Salman | Bildquelle: dpa
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Die Führung Saudi-Arabiens bestreitet eine Verstrickung bin Salmans.

Welche Rolle spielt der Kronprinz?

Die Generalstaatsanwaltschaft in Riad hatte im November die Anklage gegen die elf namentlich nicht genannte saudische Männer bekannt gegeben. Als Drahtzieher gelte der ehemalige Vizechef des Geheimdienstes, Ahmed al-Asiri. Auch der Vertraute des Thronfolgers und hochrangige Regierungsmitarbeiter Saud al-Kahtani wird beschuldigt, an der Organisation der Tat beteiligt gewesen zu sein. Er ist den zugänglichen Informationen zufolge aber nicht Teil des Prozesses.

Eine Reihe von Indizien rückte auch Thronfolger bin Salman in die Nähe der Tat. Türkische Medien hatten Fotos veröffentlicht, auf denen Personen aus dem Gefolge des Kronprinzen vor der Tötung am Konsulat zu sehen sind. Im Dezember machte der US-Senat bin Salman für die Tötung des Journalisten verantwortlich. Die Führung in Riad hat jede Verstrickung des Kronprinzen zurückgewiesen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Januar 2019 um 12:30 Uhr.

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