Jamal Khashoggi (Archiv Foto von 2011) | Bildquelle: AFP

Fall Khashoggi CIA-Chefin informiert Senatoren

Stand: 04.12.2018 03:51 Uhr

Beim letzten Treffen zu dem Thema fehlte sie noch. Jetzt will CIA-Chefin Haspel die US-Senatoren über die Erkenntnisse ihres Geheimdienstes zum Fall Khashoggi informieren - zumindest einige von ihnen.

Gina Haspel | Bildquelle: AP
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CIA-Direktorin Haspel spricht nun doch mit einigen Senatoren über den Fall Khashoggi.

CIA-Chefin Gina Haspel wird US-Senatoren über die Erkenntnisse ihres Geheimdienstes zur Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi unterrichten. Haspel werde eine "kleine Gruppe" von Parlamentariern informieren, sagte der republikanische Senator Bob Corker.

Bob Corker, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, hatte vor zwei Wochen angekündigt, der Kongress werde den mutmaßlichen Drahtzieher des Mordes bestrafen, sofern US-Präsident Donald Trump dies nicht tue. Sein Parteifreund und Trump-Kritiker Rand Paul forderte einen Stopp der Rüstungsverkäufe an Saudi-Arabien. Dies hat Trump mit Verweis auf den Umfang geplanter Geschäfte und die damit verbundenen Jobs in den USA bislang abgelehnt.

Haspel beim ersten Treffen nicht dabei

US-Außenminister Mike Pompeo und Verteidigungsminister Jim Mattis hatten vergangene Woche mit Senatoren über den Fall Khashoggi und die US-Beziehungen zu Saudi-Arabien gesprochen. CIA-Chefin Haspel blieb dem Treffen aber fern und verärgerte damit viele Senatoren.

Saudischer Kronprinz bin Salman | Bildquelle: dpa
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Der saudische Kronprinz bin Salman steht im Verdacht, die Tötung Khashoggis angeordnet zu haben.

Medienberichten zufolge geht die CIA mit "mittlerer bis hoher" Sicherheit davon aus, dass Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman die Tötung des Regierungskritikers Khashoggi anordnete. So soll der Thronfolger vor und nach der Tat mindestens elf Nachrichten an seinen Berater Saud al-Kahtani verschickt haben, der das 15-köpfige Tötungskommando gesteuert haben soll.

Saudi-Arabien weist Vorwürfe zurück

Khashoggi war am 2. Oktober im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul verschwunden. Erst nach wochenlangem internationalem Druck gab Riad zu, dass Agenten des Königreichs den Journalisten töteten. Die saudi-arabische Führung weist aber den Vorwurf zurück, die Tötung angeordnet zu haben.

Trump hat sich von den in Medienberichten enthüllten Erkenntnissen der CIA distanziert und hält an der engen Partnerschaft zu Saudi-Arabien fest. Er verwies darauf, dass bin Salman ihm mehrmals persönlich versichert habe, nichts mit der Tötung zu tun gehabt zu haben.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. Dezember 2018 um 22:00 Uhr.

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