US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

Mordfall Khashoggi Trump will Täter benennen

Stand: 18.11.2018 04:20 Uhr

Die US-Regierung will laut Präsident Trump am Dienstag erklären, wer für den Mord am saudischen Journalisten Khashoggi verantwortlich ist und wer ihn beging. Erkenntnisse der CIA hatten ihn zuvor in Zugzwang gebracht.

Nach Medienberichten über CIA-Erkenntnisse im Fall Jamal Khashoggi hat US-Präsident Donald Trump einen "sehr umfassenden Report" angekündigt. Dieser werde am Dienstag vorgelegt und auch festhalten, "wer es veranlasst hat und wer es getan hat", sagte Trump. Die Einschätzung aus den gestern bekannt gewordenen Berichten nannte er "verfrüht".

Die Berichte hatten unter Berufung auf Quellen des US-Geheimdienstes CIA gemeldet, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman die Tötung des regimekritischen Khashoggi Anfang Oktober angeordnet hat.

Trump hatte sich bislang unter Verweis auf die guten Geschäfte, Waffendeals und die Stabilität in Nahost zögerlich gezeigt, gegen Saudi-Arabien, den er einen "großartigen Verbündeten" nannte, vorzugehen. Die geheimdienstlichen Erkenntnisse zum Mordfall brachten ihn nun dazu, sich neu zu positionieren.

"Die jüngsten Berichte, wonach die US-Regierung eine finale Schlussfolgerung gezogen hat, sind falsch", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, zu den Medienberichten über die Erkenntnisse der CIA. Es gebe in Bezug auf die Ermordung des Journalisten noch "zahlreiche unbeantwortete Fragen". Man sei aber entschlossen, alle Beteiligten zur Verantwortung zu ziehen.

Der saudische Kronprinz Salman | Bildquelle: AFP
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Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman

Dementi von bin Salman

Das saudische Königshaus beteuerte unterdessen, nichts von der geplanten Ermordung Khashoggis gewusst zu haben. Dem Bericht der "Washington Post" zufolge wies Kronprinz Mohammed bin Salman seinen Bruder Khalid an, mit Khashoggi zu telefonieren. Khalid bin Salman ist der saudische Botschafter in den USA.

Wie die Zeitung weiter berichtet, sagte der Botschafter in dem Telefonat Khashoggi zu, er solle in das saudische Konsulat nach Istanbul gehen, um Dokumente abzuholen - er sei dort sicher. Khalid bin Salman weist diese Darstellung zurück.

Die in den Berichten verbreitete Einschätzung der CIA steht in starkem Gegensatz zur letzten Darstellung der saudischen Ermittler. Demnach haben hochrangige Regierungsmitarbeiter ein 15-köpfiges Spezialteam zur Ausführung der Tat auf eigene Faust losgeschickt. Der saudische Generalstaatsanwalt forderte am Donnerstag für fünf Tatbeteiligte die Todesstrafe.

EU verlangt weitere Aufklärung

Auch die EU will Wege zu "angemessenen Maßnahmen" gegen die Verantwortlichen prüfen. Nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes aus der Nacht zum Sonntag haben Außenminister Heiko Maas und seine EU-Kollegen eine Erklärung der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini vereinbart, nach der "weitere Klärung zu den Umständen des schrecklichen Verbrechens" notwendig sei.

Der im US-Exil lebende Khashoggi wurde am 2. Oktober in dem Konsulat seines Heimatlandes in Istanbul umgebracht. Dort wollte er Dokumente für seine Hochzeit abholen. Unter immensem internationalen Druck gab Riad erst viel später den Tod des "Washington Post"-Kolumnisten zu. Nach bisherigen Kenntnissen wurde der Journalist gleich nach seiner Ankunft im Konsulat getötet. Seine Leiche ist bis heute nicht gefunden worden.

Fall Khashoggi: Trump will bis Dienstag Schuldige identifizieren
Sebastian Schreiber, ARD Washington
18.11.2018 08:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 17. November 2018 die tagesschau um 15:40 Uhr .

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