Jamal Khashoggi | Bildquelle: AP

Getöteter Journalist Khashoggi Söhne fordern Herausgabe des Leichnams

Stand: 05.11.2018 08:51 Uhr

Sie möchten eine würdige Beerdigung ihres Vaters, dessen Leichnam noch immer verschwunden ist: Die Söhne des getöteten saudischen Journalisten Khashoggi haben die Herausgabe der sterblichen Überreste gefordert.

Vor rund einem Monat wurde der saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul getötet. Seitdem fehlt vom Leichnam jede Spur. Khashoggis Söhne fordern nun die Herausgabe der sterblichen Überreste.

Es sei der Familie sonst nicht möglich, zu trauern und mit der "emotionalen Belastung" umzugehen, sagten Salah und Abdullah Khashoggi in einem Interview mit dem Sender CNN. Die Familie wolle Khashoggi auf einem Friedhof im saudi-arabischen Medina beerdigen. Eine würdige Bestattung sei "alles, was wir jetzt wollen", sagte Salah Khashoggi. Er habe bereits mit den Behörden in Saudi-Arabien gesprochen. König Salman habe zugesichert, die Verantwortlichen für den Tod zur Rechenschaft zu ziehen. Salahs Bruder Abdullah sagte CNN, er hoffe, sein Vater sei "ohne Schmerz oder schnell" gestorben - "dass er einen friedlichen Tod hatte".

König Salman und Kronprinz bin Salman (r) empfangen am 23. Oktober 2018 Khashoggis Sohn Salah. | Bildquelle: AP
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Ende Oktober wurde Salah Khashoggi (l) in Riad von König Salman (rechts außen) und Kronprinz bin Salman empfangen.

Widersprüche der saudischen Führung

Khashoggi war am 2. Oktober wegen seiner bevorstehenden Hochzeit im Konsulat, um Papiere abzuholen. Seitdem ist er verschwunden. Die saudische Staatsführung präsentierte in den darauf folgenden Tagen unterschiedliche Erklärungen zu seinem Verschwinden und erst nach Wochen die Version, der Regierungskritiker sei im Konsulat umgebracht worden. Die Staatsanwaltschaft in Riad ermittelt wegen Mordes.

Laut der türkischen Justiz wurde Khashoggi kurz nach Betreten des Konsulats erwürgt, seine Leiche zerstückelt und dann "vernichtet". Sie fordert die Auslieferung von 18 Verdächtigen, die mittlerweile in Saudi-Arabien festgenommen wurden.

Erdogan: König ist nicht involviert

Nach Darstellung der türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wurde der Mord von höchster Stelle der saudischen Führung angeordnet. In einem Gastbeitrag für die "Washington Post" schrieb Erdogan am Wochenende, er glaube allerdings "keine Sekunde lang", dass der Mordauftrag von König Salman ausgegangen sei. Er beschuldigte auch den De-facto-Machthaber, Kronprinz Mohammed bin Salman, nicht direkt.

Das Königshaus versprach erneut Aufklärung. König Salman habe Anweisungen erteilt und die Staatsanwaltschaft Ermittlungen in diesem Fall eingeleitet, sagte der Vorsitzende der saudischen Menschenrechtskommission vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf. Die Wahrheit solle ans Licht kommen und die nachgewiesenen Schuldigen verurteilt werden, so Bandar al-Aiban.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. November 2018 um 10:00 Uhr.

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