Eine Frau geht in Istanbul in das Konsulat von Saudi Arabien | Bildquelle: SEDAT SUNA/EPA-EFE/REX/Shutterst

Fall Khashoggi Türkei legt CIA offenbar Audioaufnahme vor

Stand: 25.10.2018 12:16 Uhr

Das saudische Königshaus beharrt darauf, dass der Journalist Khashoggi nach einer Schlägerei starb. Doch die Zweifel daran sind groß. Die türkische Regierung soll der CIA-Direktorin Audioaufnahmen von der Tat vorgespielt haben.

Die türkische Regierung hat CIA-Direktorin Gina Haspel während ihres Türkei-Besuchs Medienberichten zufolge Audioaufnahmen vom Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi vorgespielt. Die "Washington Post" beruft sich dabei auf nicht genannte Quellen, auch die türkische Zeitung "Sabah" berichtete darüber.

Saudi-Arabien hatte erst nach massivem internationalen Druck zugegeben, dass der Regierungskritiker Khashoggi am 2. Oktober im Istanbuler Konsulat getötet worden war, als er dort Papiere für seine Hochzeit abholen wollte. Riad besteht darauf, dass der Journalist versehentlich bei einer Schlägerei starb. Nachdem zuletzt die Zweifel der US-Regierung an dieser Version immer größer geworden waren, reiste Haspel zu Wochenbeginn in die Türkei.

Aufnahmen waren bisher geheim

Unklar ist, woher die Aufnahmen stammen. Immer wieder taucht die Vermutung auf, dass die Türkei das Konsulat mit Abhörgeräten ausspioniert hat. Bisher hatte die Türkei die angeblichen Aufnahmen streng geheim gehalten, obwohl türkische Regierungsmitarbeiter anonym fast täglich neue Details aus den angeblichen Aufnahmen an türkische und US-Medien weitergegeben hatten.

Nach der türkischen Version wiederum war Khashoggi von einem 15-köpfigen, eigens für die Tat aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando gefoltert und ermordet.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuletzt betont, sein Land werde dafür sorgen, dass der "Mord" nicht verschleiert werde.

Über dieses Thema berichtete die Rundschau am 23. Oktober 2018 um 16:00 Uhr.

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