US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP

Fall Khashoggi Trump reicht Riads Version nicht

Stand: 23.10.2018 07:20 Uhr

US-Präsident Trump ist mit Riads Version zum Fall des getöteten Journalisten Khashoggi "nicht zufrieden". Zugleich wandte er sich erneut dagegen, Geschäfte mit Saudi-Arabien abzusagen.

US-Präsident Donald Trump verschärft seinen Ton gegenüber Riad. Vor Journalisten im Weißen Haus sagte Trump, er sei "nicht zufrieden" mit dem, was er von saudi-arabischer Seite zum Tod des Journalisten Jamal Khashoggi gehört habe. Er habe in der Angelegenheit mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gesprochen.

Gleichzeitig wandte er sich erneut dagegen, Geschäfte mit Saudi-Arabien wegen des Todes Khashoggis abzusagen. Er wolle saudische Investitionen in den USA nicht verlieren.

Zuvor hatte sein Schwiegersohn und Berater Jared Kushner erklärt, dass die Regierung alle Informationen zum Tod Khashoggis genau prüfe. Mit Schlussfolgerungen wolle man aber noch abwarten. "Wir bekommen Fakten von mehreren Orten, wenn diese Fakten da sind, wird der Außenminister mit unserem nationalen Sicherheitsteam zusammenarbeiten, um uns dabei zu helfen, zu entscheiden, was wir glauben wollen", sagte Kushner dem Fernsehsender CNN.

US-Präsident Trump posiert gemeinsam mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und seinem Schwiegersohn Jared Kushner in Riad | Bildquelle: REUTERS
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US-Präsident Trump mit dem saudischen Kronprinzen bin Salman und seinem Schwiegersohn Kushner in Riad.

"Das sind zwei junge Burschen"

Kushner hat eine persönliche Bekanntschaft mit dem saudischen Kronprinzen aufgebaut und war bereits mehrmals nach Riad gereist. Die Beziehung zwischen seinem Schwiegersohn und dem saudischen Kronprinzen spielte Trump am Wochenende herunter. "Jared macht keine Geschäfte mit Saudi-Arabien", zitierte die "Washington Post" den Präsidenten. "Das sind zwei junge Burschen. Jared kennt ihn nicht gut, das sind einfach zwei junge Männer im selben Alter. Sie mögen einander, glaube ich."

Die autoritäre Staatsführung Saudi-Arabiens hatte auf massiven Druck hin die Tötung Khashoggis eingeräumt - demnach soll der 59-Jährige bei einer Schlägerei umgekommen sein. Türkische Ermittler gehen nach Medienberichten dagegen davon aus, dass er von einem aus Saudi-Arabien angereisten 15-köpfigen Einsatzkommando im Konsulat gefoltert, ermordet und zerstückelt wurde. Nach Einschätzung von Beobachtern kann Khashoggi nicht ohne bin Salmans Wissen getötet worden sein.

saudi-arabische Botschaft in Istanbul | Bildquelle: AP
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Das saudi-arabische Konsulat in Istanbul: Hier wurde der Journalist Jamal Khashoggi am 2. Oktober zum letzten Mal gesehen.

US-Finanzminister in Riad

In Riad traf US-Finanzminister Steven Mnuchin mit bin Salman zusammen. Bei dem Treffen betonten beide die "Bedeutung der strategischen Partnerschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien", wie die saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA mitteilte. Das Gespräch fand hinter verschlossenen Türen statt.

Mnuchin befindet sich derzeit auf einer Nahostreise. Seine Teilnahme an der Investorenkonferenz Future Investment Initiative, die heute in Riad beginnt, hatte er wie viele andere westliche Politiker und Unternehmer als Reaktion auf die Tötung Khashoggis abgesagt. 

Das Foto soll Jamal Khashoggi zeigen, wie er das saudi-arabische Konsulat in Istanbul betritt | Bildquelle: REUTERS
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Das Foto soll Jamal Khashoggi zeigen, wie er das saudi-arabische Konsulat in Istanbul betritt.

CIA hat sich eingeschaltet

Unterdessen ist der Fall Khashoggi ist um eine weitere Facette reicher: Aufnahmen der Überwachungskamera von den Momenten rund um die Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi zeigen laut US-Sender CNN offenbar einen Mann, der in der Kleidung des Opfers in Istanbul herumläuft. CNN strahlte die Aufnahmen aus und zitierte türkische Behördenangaben, dass es sich bei dem Mann um einen Doppelgänger gehandelt habe.

Das Double soll einem saudi-arabischen Team angehört haben, das für das Attentat nach Istanbul geschickt worden sei. Sollte dies zutreffen, könnte es die These untermauern, dass Saudi-Arabien den Tod vertuschen wollte

Medienberichten zufolge schaltet sich nun auch CIA-Direktorin Gina Haspel in die Ermittlungen ein. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten der Agentur Reuters, Haspel sei in die Türkei gereist, um an der Untersuchung zu arbeiten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will heute eine Erklärung zum Tod Khashoggis abgeben. Er werde auf einem Treffen seiner AK-Partei alles Notwendige darlegen, kündigte das Staatsoberhaupt an. Ein AKP-Sprecher hatte zuvor die Darstellung des Königreichs zurückgewiesen, wonach der Tod Khashoggis im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul ein Versehen war. Es handle sich um einen komplizierten Mord, der "monströs geplant" gewesen sei.

Khashoggis Stories - Vermächtnis von Khashoggi
Mittagsmagazin, 22.10.2018, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Fall Khashoggi: US-Präsident Trump mit Erklärung Saudi-Arabiens nicht zufrieden
Sebastian Schreiber, ARD Washington
23.10.2018 10:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Oktober 2018 um 04:41 Uhr.

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