Tod Khashoggis "Die Indizien sprechen für Mord"

Stand: 20.10.2018 13:34 Uhr

18 Festnahmen und vier Entlassungen - damit will das saudische Königshaus vor allem von der Rolle des Kronprinzen Mohammed bin Salman im Fall Khashoggi ablenken, meint ARD-Korrespondent Daniel Hechler. Der will von nichts gewusst haben.

Das Eingeständnis aus Riad und die damit verbundenen Konsequenzen dienen laut ARD-Korrespondent Hechler nur einem Zweck: Kronprinz Mohammed bin Salman aus dem Fokus zu nehmen. Zur Taktik des Königshauses gehöre auch der Schritt, dem Kronprinzen die Leitung einer Kommission zu übertragen, die den Geheimdienst gründlich umbauen soll, sagt Hechler im ts24-Interview. Und genau auf den Geheimdienst solle die Aufmerksamkeit nun offenbar gelenkt werden.

Daniel Hechler, ARD Kairo, zum Tod des Journalisten Jamal Khashoggi
tagesschau24 12:00 Uhr, 20.10.2018

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Überhaupt, so der ARD-Korrespondent, spüre man das Bemühen, den gesamten Vorgang möglich niedrig zu hängen. Eine Schlägerei, die zum unbeabsichtigten Tod Khashoggis führe, sei natürlich etwas ganz anderes als ein kaltblütig geplanter und durchgeführter Mord. Dafür aber sprächen die meisten Indizien nach jetzigem Stand.

Weitere Untersuchungen gefordert

Auch wenn US-Präsident Donald Trump die Erklärung Riads für glaubwürdig hält - nach Einschätzung Hechlers ist der Vorfall auch aus US-Sicht dennoch nicht geklärt. Trump fordert weitere Untersuchungen und auch republikanische Parteifreunde bleiben skeptisch. Laut Hechler wollen sie den Druck auf das Königshaus weiter hoch halten - genauso wie UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Damit werde klar, so der Kairo-Korrespondent, "dass die Sache noch nicht ausgestanden ist".

Fall passt zum System in Saudi-Arabien

Der Vorfall müsse vor dem System betrachtet werden, das in Saudi-Arabien herrschte: Schon seit einem Jahr könne man eine geradezu beispiellose Verhaftungswelle gegen Oppositionelle, Intellektuelle, Geistliche, eben alle Widersacher von Kronprinz Mohammed beobachten, so Hechler. Er greife rigoros gegen alle durch, die seinen Kurs nicht bedingungslos stützten. Zudem gelte der Kronprinz auch als impulsiv, unbeherrscht, dünnhäutig. Und auch wenn er einige vorsichtige Reformen angestoßen habe, wie etwa das Ende des Fahrverbots für Frauen, die Kontrolle im Land wolle er offenbar um keinen Preis lockern und "in dieses Bild würde auch die Tat von Istanbul durchaus passen".

Über dieses Thema berichtete das Nachtmagazin am 19. Oktober 2018 um 01:00 Uhr.

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